EDITORIAL

Titelbild KULTUR lebendig 1/17: <Die Welt unter der Narrenkappe>, anonym, 16. Jh., Kupferstich, koloriert  Graphische Sammlung, Germanisches National- museum, Nürnberg.  Ausstellung <Luther, Kolumbus und die Folgen>

Fünfzig – zwanzig – fünfhundert sind die Maße des Erinnerungskörpers, in dem sich der AsKI im Jahr 2017 bewegt. 1967 als Zusammenschluss von sieben ‚weder staatlich noch kommunalen Kulturinstituten von besonderer Bedeutung' gegründet, war es bereits nach sechs Jahren intensiver Lobbyarbeit in Bonn gelungen, die Bundeszuwendungen an die Mitglieder zu verdoppeln – „Pflege des höheren Bettels" wie ein Vorsitzender salopp formulierte.

AsKI e.V.: Maecenas-Ehrung 2016 an Hermann-Hinrich Reemtsma

Hermann-Hinrich Reemtsma (links) erhält die Maecenas-Urkunde aus den Händen von Dr. Wolfgang Trautwein, Foto: Andreas Weiss, Hamburg

Am 7. November 2016 verlieh der AsKI im Rahmen einer Festveranstaltung im Ernst Barlach Haus in Hamburg seine Maecenas-Ehrung an den Hamburger Mäzen Hermann-Hinrich Reemtsma für dessen „beispielgebendes vielseitiges Engagement, mit dem er das kulturelle und soziale Leben in Deutschland bereichert“.

Hermann Reemtsma-Stiftung - Gerettet: Das Dehmelhaus in Hamburg

Dehmelhaus in Hamburg-Blankenese, Foto: Franz Fechner, Bonn

Karl Schmidt-Rottluff und Max Liebermann, Alma Mahler und Richard Strauss, Thomas Mann, Paul Claudel, Gerhart Hauptmann, dazu Walther Rathenau und natürlich Harry Graf Kessler – die Liste derer, die Richard Dehmel (1863-1920) einen Besuch abstatteten, ist lang.

Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg: Luther, Kolumbus und die Folgen

Indianer mit Papagei  aus: Trachtenbuch des Christoph Weiditz, 1530/40, Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg

Welche Folgen hatte die Reformation für das Europa des 16. Jahrhunderts? Was machte dieser Glaubenskonflikt mit der Gesellschaft? In einer großen Sonderausstellung (13. Juli – 12. November 2017) anlässlich des Reformationsjubiläums 2017 stellt das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg erstmals die Auswirkungen der religiösen Auseinandersetzung in einen breiten mentalitäts- und kulturgeschichtlichen Kontext.

Goethe-Museum Düsseldorf: Bibel, Sprache, Wahrhaftigkeit. Goethe und Luther

Johann Wolfgang von Goethe, Luther / Wer redlich ficht /  wird gekrönt. Weimar d. 5. Jan. 1814 Goethe, © Goethe Museum Düsseldorf / Anton-und-Katharina-Kippenberg-Stiftung

„Und so sind denn die Deutschen erst ein Volk
durch Luthern geworden."

Goethe an A.O. Blumenthal, Weimar den 28. Mai 1819.

Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung, Darmstadt: „Wo das Wort ist, da tappe nach“

Heinrich Detering, Präsident der DASD, Foto: © Ohlbaum

„Am Anfang war das Wort" – dieser Beginn des Johannesevangeliums setzt das Leitmotiv für das Jubiläumsprogramm „Luther 2017" und bekräftigt damit noch einmal Luthers Devise, Gott wolle nicht, „dass du überall nach ihm tappest, sondern wo das Wort ist, da tappe nach, so ergreifest du ihn recht." (Wider die Schwarmgeister 1526, WA 19, 492, 19).

Frankfurter Goethe-Haus – Freies Deutsches Hochstift: Füsslis „Nachtmahr“. Traum und Wahnsinn

Johann Heinrich Füssli (1741–1825), Der Nachtmahr, 1790/91, Öl auf Leinwand, Freies Deutsches Hochstift – Frankfurter Goethte.-Museum, Foto: David Hall

„Zu den am wenigsten erforschten Bereichen der Kunst zählen die Träume."

Füssli, Aphorismus 231

Kunsthalle Bremen: Auguste Rodin. Meisterwerke zum 100. Todestag

Auguste Rodin, Johannes der Täufer, 1878-80  Bronze, grün und schwarz patiniert, © Kunsthalle Bremen – Der Kunstverein in Bremen, Fotos: Lars Lohrisch

Der französische Bildhauer Auguste Rodin (1840–1917) gilt als bedeutender Wegbereiter der Moderne. Mit seinen für die Zeitgenossen irritierend realistischen und oftmals fragmentarischen Skulpturen revolutionierte er die Bildhauerkunst der Jahrhundertwende.

Deutsches Literaturarchiv Marbach: Rilke und Russland. Marbach – Bern, Zürich – Moskau / Trinationales Forschungs- und Ausstellungsprojekt

  Leonid Pasternak,  Skizze für Ölgemälde Rainer Maria Rilkes  (aus dem Besitz der Familie Rilke-Beyer), © Familie Rilke-Beyer

"Daß Russland meine Heimat ist, gehört zu den jenen großen und geheimnisvollen Sicherheiten, aus denen ich lebe."
Rainer Maria Rilke

Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg: Neuerwerbungen von Hannah Höch

Hannah Höch, 1974, Foto: Dietmar Bührer (wikipedia)

Hannah Höch zählt zu den bedeutendsten Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts. Bekannt machten sie vor allem ihre Papiercollagen, mit denen sie sich bissig-pointiert zur politischen und sozialen Situation ihrer Zeit äußerte.

Deutsche Kinemathek – Museum für Film und Fernsehen und Archiv der Akademie der Künste, Berlin: Buch über Peter Beauvais eröffnet Schriftenreihe

Quelle: edition text + kritik, München

„Peter Beauvais. Vielfalt als Konzept" – damit startet eine Schriftenreihe, die sich vollständig dem Fernsehen in Deutschland widmet. Gemeinsam herausgegeben von der Deutschen Kinemathek und dem Archiv der Akademie der Künste, Berlin, sollen auf diese Weise Mannigfaltigkeit und Reichtum der entsprechenden Archivbestände beider Institutionen in Monografien dokumentiert werden.

Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloss Gottorf: Masterplan-Finanzierung ist gesichert!

Schloss Gottorf, Südfassade, © Schleswig-Holsteinische Landesmuseen Schloss Gottorf

Mit der Entscheidung des Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestages, für die Erweiterung und Modernisierung der Landesmuseen auf Schloss Gottorf Fördermittel in Höhe von 15,6 Millionen Euro bereitzustellen, steht fest: Mit der Umsetzung des Masterplans für ein neues Schloss Gottorf kann bereits 2017 begonnen werden.

Franckesche Stiftungen, Halle (Saale): Restaurierung früher wissenschaftlicher Studien von Missionaren in Südindien

Das mehrsprachige Wörterbuch Englisch-Telugu -Tamil-Latein von Benjamin Schultze (1689-1760), ursprünglich zur Übersetzung des Alten und Neuen Testaments und zur Vorbereitung von Predigten in den Jahren 1728 bis 1732 angelegt, bildet ein hervorragendes Beispiel für die Herausbildung der vergleichenden Sprachwissenschaft, als einer deren Pioniere Schultze heute gilt, Franckesche Stiftungen zu Halle an der Saale

Mit dem Projekt „Restaurierung früher religions-, sprach- und naturwissenschaftlicher Studien von Missionaren in Südindien" bewarb sich das Studienzentrum August Hermann Francke um eine Förderung durch die Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK).

Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung, Darmstadt: Neue Mitglieder: Anne Bohnenkamp-Renken, Andreas Gardt und Andreas Steinhöfel

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Anne Bohnenkamp-Renken, geboren 1960, ist seit 2003 Direktorin des Freien Deutschen Hochstifts / Frankfurter Goethehaus, seit 2012 zudem Professorin für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft an der Goethe Universität Frankfurt. Sie studierte Germanistik, Philosophie und Publizistik in Göttingen und Florenz und promovierte 1992 über Goethes „Faust".

Fritz Bauer Institut, Frankfurt am Main: Sybille Steinbacher neue Direktorin

Sybille Steinbacher, Foto: © privat

Prof. Dr. Sybille Steinbacher übernimmt zum 1. Mai 2017 die Direktion des Fritz Bauer Instituts und, damit verknüpft, die bundesweit erste Holocaust-Professur an der Frankfurter Universität.

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