Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg: Neuerwerbungen von Hannah Höch

Hannah Höch, 1974, Foto: Dietmar Bührer (wikipedia)

Hannah Höch zählt zu den bedeutendsten Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts. Bekannt machten sie vor allem ihre Papiercollagen, mit denen sie sich bissig-pointiert zur politischen und sozialen Situation ihrer Zeit äußerte.

Mit drei Gemälden, fünf Collagen und sechs Aquarellen konnte das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg jetzt insgesamt vierzehn Werke der DADA-Künstlerin erwerben, die sich schon seit Jahren als Dauerleihgaben aus dem Nachlass im Museum befanden. Zwei Arbeiten ihres Lebensgefährten Raoul Hausmann ergänzen den von der Kulturstiftung der Länder und der Ernst von Siemens Kunststiftung maßgeblich unterstützten Ankauf.

Hannah Höch wurde am 1. November 1889 in Gotha geboren. Im Jahr 1912 zog sie nach Berlin und studierte dort an der Unterrichtsanstalt des Königlichen Gewerbemuseums. In Berlin lernte sie auch Raoul Hausmann kennen, einen Mitstudenten, mit dem sie eine langjährige, schwierige Beziehung verbinden sollte. Hausmann war gut vernetzt in der Berliner Kunstszene und brachte sie in Kontakt mit der künstlerischen Avantgarde. Höch und Hausmann schlossen sich der Berliner DADA-Gruppe an. Gemeinsam mit Richard Hülsenbeck, Johannes Baader, Salomo Friedländer, George Grosz, John Heartfield und anderen Künstlern bildeten sie eine pazifistische Opposition gegen die vorherrschenden politischen, moralischen und ästhetischen Prinzipien der Gesellschaft.

Einem ausdrücklichen Wunsch der Künstlerin folgend, vertraute die Nichte Hannah Höchs 1990 und 1995 bedeutende Teile des Nachlasses dem Germanischen Nationalmuseum in Nürnberg als Dauerleihgabe an. Schwerpunkte bilden die meisterhaften Aquarelle und Fotomontagen der DADA-Jahre. Das Germanische Nationalmuseum nahm nun die Gelegenheit wahr, die drei wichtigen Gemälde und elf Papierarbeiten aus der besten Schaffenszeit Hannah Höchs sowie die beiden Porträts der Künstlerin von Raoul Hausmann anzukaufen. Sie ergänzen den vorhandenen Bestand auf das Beste.

In der Sammlung zu Kunst und Design des 20. Jahrhunderts waren die Neuerwerbungen kürzlich in unmittelbarer Nachbarschaft zu Werken ihrer Zeit für zwei Monate zu sehen.

AsKI KULTUR lebendig 1/2017

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