Stiftung Weimarer Klassik: Rolle des Lebens - Corona Schröter zum 250. Geburtstag

Eine Ausstellung des Goethe-Nationalmuseums

"Es gönnten ihr die Musen jede Gunst und die Natur erschuf in ihr die Kunst!" So feiert Johann Wolfgang von Goethe die Schauspielerin, Sängerin, Komponistin und Malerin Corona Schröter, deren Geburtstag sich in diesem Jahr zum 250. Mal jährt.

Johann Wolfgang Goethe, Corona Elisabeth Wilhelmine Schröter, schlafend, 1777, Kohlezeichnung, Foto: Stiftung Weimarer KlassikBereits als Vierzehnjährige feiert sie große Erfolge am Leipziger "Großen Konzert der Herren Kaufleute". Der Jurastudent Goethe erlebt sie in Leipzig und bittet, zum Leiter der Liebhaberbühne avanciert, die Künstlerin 1776 nach Weimar. Herzog Carl August, dessen Avancen sie nicht entsprechen wollte und der sie darum mit dem Attribut "marmorschön und marmorkalt" schmäht, billigt ihr eine Lebensstelle als Hof-Vocalistin zu. Wie sie hier als Schauspielerin, Sängerin und Muse gewirkt hat, lässt sich aus vielen Zeugnissen rekonstruieren.

Gemeinsam mit Goethe steht sie 1779 auf der Bühne, als die Prosafassung der "Iphigenie in Tauris" uraufgeführt wird; der Autor als Orest und Corona Schröter in der Titelrolle. Iphigenie bleibt in mehrfacher Hinsicht Corona Schröters Rolle des Lebens. Noch bei der Weimarer Erstaufführung der metrischen Fassung 1801, fast dreißig Jahre später, gedenkt Johannes Daniel Falk ihrer: "Mit Wehmut erinnern sich ältere und jüngere Kunstfreunde in Weimar - jene aus Anschauung, diese aus Tradition - des schön gemäßigten Spieles einer Corona Schröter. Das Junonische ihrer Gestalt, Majestät in Anstand, Wuchs und Gebärden, nebst so vielen anderen seltenen Vorzügen der ernsteren Grazie, die sie in sich vereinigte, hatten sie vor vielen andern zu einer Priesterin Dianens berufen und geeignet."

Nach 1782 gibt sie Schauspielunterricht und widmet sich der bildenden Kunst. 1801 siedelt sie nach Ilmenau über. Bereits im Jahr darauf stirbt sie.

Eine Ausstellung im Goethe-Nationalmuseum, mit freundlicher Unterstützung von ZONTA
(28. August bis 28. Oktober 2001)

AsKI KULTURBERICHTE 2/2001

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