Städel Museum: Mäzenatin Dagmar Westberg stiftet bedeutendes Altarbild

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Altar des "Meisters der von Grooteschen Anbetung", Öl auf Holz (Schenkung Dagmar Westberg), © Städel-Museum, Frankfurt am Main

Dagmar Westberg, langjährige Förderin des Städel Museums und Gründerin der Dagmar-Westberg-Stiftung, hat dem Städel ein äußerst wertvolles und kunsthistorisch wichtiges Werk für seine Altmeistersammlung gestiftet.

Der Altar aus dem ersten Drittel des 16. Jahrhunderts ist das namengebende Hauptwerk des Meisters der von Grooteschen Anbetung und zählt zu den bedeutendsten niederländischen Werken seiner Zeit. Es war der berühmte Kunsthistoriker Max J. Friedländer, der diesen bis heute namentlich nicht bekannten Maler 1915 nach dem damaligen Besitzer des Triptychons benannte. Der Meister zählt zu den führenden Malern der sogenannten Antwerpener Manieristen des 16. Jahrhunderts. Der dreiflügelige Altar zeigt auf der Mitteltafel die Anbetung der Heiligen Drei Könige und auf den Seitenflügeln zwei Szenen aus dem Alten Testament: die Übergabe des Wassers aus Bethlehem an König David sowie die Königin von Saba vor König Salomon. Das Gemälde befand sich seit einem Jahrhundert in Familienbesitz.

Die bedeutende Schenkung der Mäzenatin sichert dem Städel Museum dieses einmalige Werk dauerhaft für seine weltberühmte Altniederländersammlung, die im 15. Jahrhundert herausragende Bestände, aber gerade im frühen 16. Jahrhundert noch Lücken aufweist. Gleichzeitig übernimmt Dagmar Westberg durch eine finanzielle Spende bis zum Jahr 2024 die Saalpatenschaft des Holbein-Saals, in dem der Altar des Meisters der von Grooteschen Anbetung für die Öffentlichkeit zugänglich ist. Museen und deren Sammlungen werden von besonderen Menschen geprägt.

Von deren Leidenschaft für die Kunst und deren Verantwortung für das Gemeinwesen, so Max Hollein, Direktor des Städel Museums. Dagmar Westberg verkörpert beides in außerordentlicher Weise. Die Schenkung dieses wichtigen Werks bildet einen weiteren Meilenstein in der langen Sammlungsgeschichte des Städel und ergänzt dessen Altmeistersammlung in vorzüglicher Weise. Aus einer baltisch-hamburgischen Unternehmerfamilie stammend, arbeitete Dagmar Westberg mehrere Jahrzehnte für die amerikanischen Generalkonsulate in Hamburg, Berlin und seit dem Kriegsende in Frankfurt am Main. Bereits ihr Großonkel Oskar Troplowitz, Erfinder von Produkten wie Leukoplast, Hansaplast, Tesa-Klebeband und Nivea, der die Firma Beiersdorf zum Erfolg führte, war ein großer Kunstmäzen und vermachte der Hamburger Kunsthalle sechsundzwanzig Gemälde mit Hauptwerken französischer und deutscher Künstler des 19. und 20. Jahrhunderts, unter anderem von Auguste Renoir, Alfred Sisley, Pablo Picasso, Max Liebermann, Friedrich Ahlers-Hestermann und Franz Nölken. Beraten von Ahlers-Hestermann erwarb er 1909 in Paris von Gertrude Stein die Absinthtrinkerin und damit als erster deutscher Privatsammler ein Werk von Picasso.

Seine Großnichte Dagmar Westberg setzt diese Tradition fort und unterstützt seit Jahren das Städel Museum: So ermöglicht die Dagmar-Westberg-Stiftung regelmäßig wichtige Ankäufe für die Graphische Sammlung des Städel. In den vergangenen Jahren wurden u. a. Werke auf Papier von Carl Spitzweg, Max Klinger und Max Beckmann sowie von den Zeitgenossen Paul Morrison und Regula Dettwiler erworben. Außerdem fördert die Dagmar-Westberg-Stiftung soziale Projekte der Cronstetten-Stiftung im Raum Frankfurt. Ihren 94. Geburtstag nahm Dagmar Westberg zum Anlass, das Triptychon des Meisters der von Grooteschen Anbetung am 8. Dezember 2008 feierlich dem Städel Museum zu übergeben. Im kleinen Kreis würdigten Max Hollein und die Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth die Stifterin und dankten ihr für ihre äußerst großzügige Schenkung. Die Schenkung dieses bedeutenden Werks an das Städel Museum, so die Oberbürgermeisterin, zeuge von der großen Verbundenheit der Stifterin zu ihrer Wahlheimat Frankfurt.

Frau Westberg führt mit ihrem hohen kulturellen Engagement nicht nur die Tradition ihrer Familie fort, sondern reiht sich unter die großen Stifter des Städel Museums ein.

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