Germanisches Nationalmuseum Nürnberg: Görings Kreuzgang - Rückgabe an den rechtmäßigen Besitzer

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Im Oktober 2003 erfolgte vom Germanischen Nationalmuseum (GNM) aus die Rückgabe eines mittelalterlichen Kreuzgangs aus dem Besitz von Hermann Göring an den rechtmäßigen Besitzer.

Zwei Schwertransporter brachten den Kreuzgang zurück in seine französische Heimat. Die Einzelteile lagerten auf 55 Paletten mit einem Gesamtgewicht von 33 Tonnen.

Kreuzgang vor dem Abtransport in einem Innenhof des Germanischen Nationalmuseums, © Foto: Germanisches Nationalmuseum Nürnberg Der Kreuzgang stammt aus dem frühen 13. Jh. aus der Zisterzienser-Abtei Berdoues im französischen Département Gers. Um 1900 wurde er zu einer Veranda vor einer Villa in Mittelfrankreich umgebaut. 1941, während der deutschen Besatzung Frankreichs, erwarb Hermann Göring die Architekturteile von dem Pariser Kunsthändler Paul Gouvert, um sie in der Burg Veldenstein bei Neuhaus/Pegnitz zu integrieren. 1945 gingen sie in den bayerischen Staatsbesitz über und wurden 1973 als Leihgabe im GNM eingelagert. Mit den Kreuzgangteilen handelte es sich um insgesamt 15 Doppelkapitelle, 16 Doppelbasen, 8 Säulen und 15 Fragmente.

Nach acht Jahren intensiver Forschungsarbeit konnte das GNM die Geschichte des architektonischen Werkes rekonstruieren. 1995 fand der Leiter der Bibliothek des GNM, Dr. Eberhard Slenczka, in einem Buch den Hinweis auf Görings Ankauf in Frankreich. Zwei Jahre später stieß ein Mitarbeiter auf den Ortsnamen Berdoues. Anhand einer Rückgabeforderung Frankreichs ließ sich der Kreuzgang eindeutig der Zisterzienserabtei zuordnen.

Das GNM erhielt daraufhin die Erlaubnis, den Kreuzgang an den ursprünglichen Ort zurückzubringen. Die Transportkosten in Höhe von etwa 10.000 € übernahm die französische Regierung.

 

AsKI KULTURBERICHTE 3/2003

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