"Das fliegende Klassenzimmer" landet am Neckar - Das Deutsche Literaturarchiv in Marbach erwirbt den Nachlass von Erich Kästner

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Der Nachlass von Erich Kästner (1899-1974) ist jetzt vom Deutschen Literaturarchiv in Marbach am Neckar erworben worden.

 

Obwohl ein Bombenangriff 1944 Kästners Berliner Wohnung zerstörte, sind die wichtigsten Manuskripte seiner Werke wie "Emil und die Detektive", "Fabian", "Pünktchen und Anton" oder "Das fliegende Klassenzimmer" erhalten geblieben - der Autor hat seine oft auch in Steno niedergeschriebenen Notizen, Fassungen und Manuskripte nach der Drucklegung stets seiner Mutter nach Dresden geschickt.

 

Erich Kästner, 1961, © Foto: Erica Loos Neben diesen Textzeugen und den über 1.200 Briefen und Karten, die Kästner seit 1915 an seine Mutter bis zu ihrem Todesjahr 1951 geschickt hat, gehören zahlreiche weitere Briefe von und an Kästner zum Marbacher Nachlass. Kästner hat eine zentrale Rolle im öffentlichen kulturellen Leben der frühen Bundesrepublik eingenommen. Zu seinen Briefpartnern gehörten unter anderem Günther Anders, Stefan Andres, Rudolf Arnheim, Johannes R. Becher, Heinrich Böll, Alfred Döblin, Wolfgang Koeppen, James Krüss, Walter Mehring, Helene Weigel, Kurt Wolff und Arnold Zweig. Auch unzählige Briefe von Kindern hat Kästner sorgsam aufbewahrt.

Der Autor selbst hatte 1969 in seinem Testament verfügt, dass seine "Bücher etc. später der Schillerstiftung in Marbach (oder einem anderen daran interessierten und ähnlich qualifizierten Institut) zur Aufbewahrung, Pflege und Einsichtnahme angeboten werden sollte."

Über einen großen Teil des Kästner-Nachlasses, dessen Erwerbung die Berthold Leibinger Stiftung finanziell unterstützt hat, kann man sich jetzt schon in der Marbacher Datenbank informieren. Mit einigen rechtlich bedingten Einschränkungen ist auch eine Einsicht der Originale möglich.

 

 

AsKI KULTURBERICHTE 1/2003

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