"Bildnis von Dürers Mutter" ist echt - Das Germanische Nationalmuseum besitzt das älteste erhaltene Gemälde des Nürnberger Meisters

Logo GNM

Das gegen Ende des 15. Jh. entstandene Bildnis einer Frau mit weißem Schleier im Germanischen Nationalmuseum (GNM) ist das erste bekannte eigenhändige Gemälde des jungen Albrecht Dürer.

 

Zu diesem Schluss kommen neue Untersuchungen des GNM im Vorfeld einer Dürer-Ausstellung in Wien. Wie das Museum Ende Juni 2003 bekannt gab, wird das Gemälde ab sofort in den Kreis seiner sechs weiteren Dürer-Werke aufgenommen.

 

Albrecht Dürer, Bildnis von Dürers Mutter, Ende des 15. Jh., Germanisches Nationalmuseum Nürnberg, © Foto: Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg Das "Bildnis von Dürers Mutter" war 1925 vom GNM als Werk eines unbekannten Malers erworben worden. Erst 1979 wurde das Gemälde von der amerikanischen Forscherin Lotte Brand Philipp dem Werk Dürers zugewiesen. Brand Philipp sah in ihm das verschollen geglaubte "Bildnis von Dürers Mutter", das in den Inventaren des großen Dürer-Sammlers Imhoff mehrfach gemeinsam mit einem "Bildnis von Dürers Vater" erwähnt ist. Dieses von Dürer signierte und 1490 datierte "Bildnis des Vaters" in den Uffizien in Florenz weist eine ähnliche rückseitige Bemalung auf. Brand Philip konnte so die Zusammengehörigkeit der Bilder als "Doppelbildnis von Dürers Eltern" plausibel machen.

Dr. Daniel Hess, Sammlungsleiter am GNM und Experte für die Malerei des Mittelalters und der Frühen Neuzeit, hat sich die Überlieferung der Bilder genauer angesehen: Historisch kann das Doppelbildnis bis in Dürers Privatbesitz zurückverfolgt werden. Die Unterschiede der beiden Bilder lassen sich dadurch erklären, dass Dürer zuerst das Bildnis seiner Mutter malte und erst später zu einem Doppelbildnis ergänzte.

 

 

AsKI KULTURBERICHTE 2/2003

.

xxnoxx_zaehler