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Stiftung Deutsches Hygiene-Museum

Außenansicht des Hauses, Deutsches Hygiene-Museum Dresden, © Foto: David Brandt

Das Deutsche Hygiene-Museum ist heute mehr als ein Museum im herkömmlichen Sinne. Im Mittelpunkt seines Interesses stehen die biologischen, sozialen und kulturellen Dimensionen des Menschen. Als modernes Wissenschaftsmuseum reflektiert es insbesondere die Bedeutung der Wissenschaften für die Gesellschaft des 21. Jahrhunderts. Mit seinen Ausstellungen und Veranstaltungen ist das Museum ein unabhängiges öffentliches Forum für den Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft, Kunst und Kultur.

 

Die Gründung des Deutschen Hygiene- Museums (1912) geht zurück auf eine Initiative des Dresdner Industriellen und Odol-Fabrikanten Karl August Lingner (1861-1916). Er gehörte 1911 zu den Protagonisten der I. Internationalen Hygiene-Ausstellung, zu der über fünf Millionen Besucher nach Dresden kamen. Während der Weimarer Republik trug das Museum mit seinen allgemeinverständlichen Präsentationsformen maßgeblich zu einer Demokratisierung des Gesundheitswesens bei. Zur II. Internationalen Hygiene-Ausstellung 1930 wurde der von Wilhelm Kreis (1873-1955) entworfene Museumsbau bezogen, in dem das Museum noch heute seinen Sitz hat.

 

Blick in den Raum <Der Gläserne Mensch>, Deutsches Hygiene-Museum, © Foto: David Brandt Als größte Attraktion der Ausstellung galt der Gläserne Mensch, der zum Leitobjekt des Deutschen Hygiene-Museums geworden ist und nach wie vor eines seiner markantesten Exponate darstellt. Nach 1933 wurden das volksaufklärerische Gedankengut des Museums und seine hoch entwickelten modernen Vermittlungsmethoden in den Dienst der nationalsozialistischen Rassenideologie gestellt. Beim Bombenangriff auf Dresden im Februar 1945 wurden große Teile des Museumsgebäudes und seine wertvollen Sammlungsbestände vernichtet. Während der DDR-Jahre nahm das Museum eine vergleichbare Aufgabe wahr wie in der Bundesrepublik die „Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung". Nach 1991 erhielt das Deutsche Hygiene- Museum als „Museum vom Menschen" eine vollkommen neue Konzeption, die mit zeitgemäßen Mitteln an den innovativen Ansatz seiner Gründerjahre anknüpft. 1999 erfolgte die Überleitung des Deutschen Hygiene-Museums in eine Stiftung bürgerlichen Rechts.

 

In den Jahren 2002-2006 wurde das Museumsgebäude einer umfassenden Generalsanierung und Modernisierung durch den Architekten Professor Peter Kulka unterzogen. Unter Hinzufügung moderner Elemente wurde es dabei weitestgehend in den Originalzustand zurückversetzt. Entstanden ist so ein spannungsvoller, ästhetisch überzeugender Dialog des historischen Gebäudes der Klassischen Moderne mit einer sehr individuellen, zeitgenössischen Architektursprache.

 

Im Mittelpunkt der völlig neu konzipierten Dauerausstellung des Deutschen Hygiene-Museums stehen der Mensch, sein Körper und seine Gesundheit. Auf rund 2.500 Quadratmetern werden neben wertvollen Exponaten aus der Sammlung zahlreiche Mitmachelemente und Medieninstallationen präsentiert. Unter dem Motto „Staunen - Lernen - Ausprobieren" bietet die Schau Jung und Alt vielfältige Gelegenheiten zur aktiven und selbständigen Beschäftigung mit den Ausstellungsinhalten.

 

Kindermuseum Foto: Oliver Killig Im Dezember 2005 wurde auf 500 Quadratmetern der Erlebnisbereich des Kindermuseums eingeweiht, der rund um das Thema der fünf Sinne ein eigenständiges Angebot für Kinder im Alter von vier bis zwölf Jahren bietet. Die aktuellen Sonderausstellungen, die in den vergangenen Jahren wesentlich zur überregionalen Beachtung des Deutschen Hygiene-Museums beigetragen haben, beschäftigen sich mit aktuellen gesellschaftlichen und kulturellen Fragestellungen und mit Themen aus der Welt der Wissenschaften. Diese innovativen Ausstellungsprojekte entstehen in enger Zusammenarbeit von Wissenschaftlern, Künstlern, Gestaltern und Architekten. Beispielhaft seien genannt: Der Neue Mensch (1999), Kosmos im Kopf (2000), Der (im-)perfekte Mensch (2000), Die Zehn Gebote (2004/ 2005) oder Mythos Dresden (2006).

 

Begleitend und vertiefend zu den Inhalten der Ausstellungen bietet das Deutsche Hygiene-Museum seinen Besuchern ein umfangreiches museumspädagogisches und Veranstaltungsprogramm. Die Sammlung des Deutschen Hygiene-Museum umfasst heute über 30.000 Objekte zur Geschichte der Gesundheitsaufklärung und Gesundheitspflege im Alltag. Wertvolle Altbestände wie etwa die ca. 2.000 Wachsmoulagen oder die augenärztliche Sammlung Münchow, anatomische Modelle und Plakate gehören ebenso dazu wie historische Alltagsgegenstände. Seit 1995 wird die Sammlung Schwarzkopf mit mehr als 2.000 Exponaten zur Geschichte der Haar- und Schönheitspflege als Dauerleihgabe aufbewahrt. Zum Museum gehört weiterhin eine öffentliche Bibliothek mit einem Präsenzbestand von mehr als 30.000 Medieneinheiten aller Art.

 

Das Deutsche Hygiene-Museum ist darüber hinaus ein attraktiver, überregional bekannter Veranstaltungsort in Dresden. Das Tagungszentrum bietet für Veranstaltungen aller Art verschiedene Säle und Seminarräume mit einer Kapazität bis zu 600 Sitzplätzen an.

 

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