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Museum für Kommunikation Nürnberg - Wiedereröffnung mit neuer, innovativer Präsentation
Was hat meine Jeans mit Kommunikation zu? Wie kann eine chinesische Sekretärin ihre Schreibmaschine mit mehreren Tausend Schriftzeichen beherrschen? Was ist Spam? Antworten auf die vielfältigen Fragen rund um das Thema „Kommunikation" gibt die neue Dauerausstellung im Museum für Kommunikation Nürnberg.
Nach einer halbjährigen Umbauzeit zeigt sich das Museum seit Anfang November 2010 mit einer völlig neu konzipierten Präsentation. Die umfangreiche Neugestaltung wurde finanziert durch die Museumsstiftung Post und Telekommunikation (MSPT), die von der Deutschen Post AG und der Deutschen Telekom AG getragen wird.
In vier aufwendig gestalteten Themenräumen stehen Menschen und ihre Kommunikation mit Tönen, Bildern, Schrift sowie mit Hilfe des Internets im Mittelpunkt. Auf rund 1200 Quadratmetern machen mehr als 400 Objekte dabei die Geschichte und die Funktionsmechanismen der Kommunikation erleb- und begreifbar: von der Schneckentrompete über Piktogramme, eine chinesische Schreibmaschine bis hin zu Computern verschiedener Entwicklungsphasen. Interaktive Stationen laden Kinder wie Erwachsene ein, selbst aktiv Kommunikation zu gestalten, ob als Moderator vor einer Fernsehkamera oder als „Fräulein vom Amt". Mit diesem Konzept reiht sich das Museum für Kommunikation Nürnberg unter die modernsten Kommunikationsmuseen Europas ein.
Prolog
Der Eingangsbereich führt in die Ausstellung ein und schlägt eine Brücke zu den Themenräumen, die sich anschließen. Empfangen werden die Besucherinnen und Besucher von einer beeindruckenden medialen Installation der Firma Triad (Berlin), die mit Tönen, Bildern und Schrift die Fähigkeiten zu hören, zu sehen und zu schreiben thematisiert.
Die Arbeit des Künstlers Volker März dagegen visualisiert in Form eines Mobiles das Kommunikationsverhalten von Menschen. Schwebend und vieldeutig werden gestikulierende, redende, zeigende oder zuhörende Figuren gezeigt, deren Beziehung zueinander sich permanent durch die Bewegung des Mobiles ändert.
Drei Mitmachstationen lassen die Schwerpunktthemen Sehen, Hören und Schreiben sinnlich erfahrbar werden. Gleichzeitig machen sie ein wichtiges Prinzip der Ausstellung deutlich: Besucher können Kommunikation durch eigene Aktivität erleben.
Töne, Bilder, Schrift, Internet: Die vier Themenräume und ihre Architektur
Ein wesentliches Gestaltungselement der neuen Dauerausstellung ist die auf das Raumthema abgestimmte Architektur. Im ersten Themenraum, der den Tönen gewidmet ist, erinnern halbkreisförmige Wände an Schallwellen. Töne bilden die Bausteine der menschlichen Sprache und der Kommunikation im Tierreich. Weil die Reichweite unserer Stimme begrenzt ist, fertigten die Menschen schon früh Instrumente an, die Signale weiter trugen: Hörner, Trommeln und später auch Glocken. Außerdem entwickelten sie Pfeifsprachen und das Jodeln. Seit der Erfindung des Telefons Ende des 19. Jahrhunderts konnte Sprache erstmals über große Entfernungen übertragen werden.
An den Raum der Töne schließt sich der Bereich der Bilder und Zeichen an. Hier erfahren die Gäste anhand von Filmen zum Beispiel, wie wir, oftmals unbewusst, mit der Mimik und Gestik unseres Körpers kommunizieren oder welche Rolle die Mode bei unserer Selbstdarstellung spielt. Aber auch die Bildsprache von Piktogrammen und Schildern sowie von Fotografie und Fernsehen werden in diesem Bereich thematisiert.
Die Fähigkeit zu schreiben ist nach Hören und Sehen eine weitere Kommunikationsform des Menschen. Im streng linear angelegten Raum der Schrift stehen Alphabete aus verschiedenen Kulturen sowie die Funktion des Schreibens für Religion, Wirtschaft, Wissensvermittlung und Identität im Mittelpunkt. Ein spannender Bereich ist dem Thema Verschlüsselung gewidmet. Die große Bedeutung, die Gutenbergs Erfindung des Drucks für die Medienentwicklung hatte, wird am Beispiel des Massenmediums Tageszeitung dargestellt. Im anschließenden Bereich Transport werden die logistischen Anforderungen an die effektive Versendung von Geschriebenem und anderen Gütern deutlich.
Der vierte Ausstellungsraum ist schließlich dem Internet und damit der virtuellen Vernetzung gewidmet. Im Internet kann der Mensch seine Fähigkeiten, sich mit Bildern, Tönen und Schrift zu verständigen gleichzeitig und in einem Medium nutzen.
Die Inhalte, z.B. Interviews, in denen Menschen darüber berichten, wie das Netz ihr Leben beeinflusst, spiegeln unsere digitale Gegenwart und wagen einen Ausblick in die virtuelle Zukunft.
AsKI KULTUR lebendig 1/2011



