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Fritz Bauer Institut
Studien- und Dokumentationszentrum zur Geschichte und Wirkung des Holocaust



Fritz Bauer (1903-1968)
Foto: Stefan Moses

Das Fritz Bauer Institut wurde 1995 als erstes interdisziplinäres Studien- und Dokumentationszentrum zur Geschichte und Wirkung des Holocaust in Deutschland gegründet. Es ist eine Stiftung des Landes Hessen, der Stadt Frankfurt am Main und des Fördervereins Fritz Bauer Institut e. V. Seit 2000 hat das Institut den Status eines 'An-Instituts' an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main. Das Fritz Bauer Institut versteht sich als ein lebendiger Ort in der deutschen Auseinandersetzung mit den Ursachen und Folgen der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik. In wissenschaftlicher, pädagogischer und künstlerischer Arbeit, Ausstellungen, Veranstaltungen und Publikationen gibt es mit seinen Projekten und Publikationen in vielen Bereichen des öffentlichen und sozialen Lebens konstruktive Anstöße zur Entwicklung eines kritischen Geschichtsbewusstseins.

Dabei beschränkt sich das Institut nicht auf Veranstaltungen im eigenen Hause, sondern beteiligt sich an der Auseinandersetzung mit Geschichte und Erinnerung in den verschiedensten kulturellen und sozialen Bereichen der deutschen Gesellschaft. Die Aktivitäten des Zentrums reichen von Forschungsprojekten und interdisziplinärem wissenschaftlichem Austausch über pädagogische Modellprojekte bis zu Ausstellungen künstlerischer Auseinandersetzungen mit dem Holocaust, von der Durchführung und kritischen Begleitung von Gedenkveranstaltungen bis zur Beratung von Kommunen, Verbänden und Unternehmen bei deren eigener Erinnerungsarbeit. Das Institut arbeitet kontinuierlich mit Forschungsinstitutionen, Gedenkstätten, Museen, kommunalen Einrichtungen und Bildungsstätten im In- und Ausland zusammen. Die Publikationstätigkeit umfasst wissenschaftliche Monographien und Sammelbände, literarische Texte und Ausstellungskataloge, pädagogische Materialien, Dokumentationen und Bibliographien sowie das Jahrbuch zur Geschichte und Wirkung des Holocaust.

Die interdisziplinäre Ausrichtung des Instituts ist durch vier Arbeitsschwerpunkte gewährleistet:

  • Zeitgeschichtsforschung
  • Erinnerungskultur und Rezeptionsforschung
  • Pädagogik und historisch-politische Bildung
  • Dokumentation und Bibliothek

Das Fritz Bauer Institut hat seit Sommer 2000 seinen Standort im IG Hochhaus auf dem neuen Campus Westend der Johann Wolfgang Goethe-Universität. Acht Büros und ein Projektraum stehen dort für das Institut zur Verfügung. Die Spezialbibliothek des Fritz Bauer Instituts ist im Bibliothekszentrum Geisteswissenschaften zu finden. Die Kooperation zwischen der Stiftung Fritz Bauer Institut und der Goethe-Universität ist durch einen Kooperationsvertrag geregelt und steht in bewährter Tradition der als Stiftungsuniversität gegründeten Frankfurter Universität.

Die Arbeit des Instituts wird von einem bundesweit organisierten Förderverein mit jetzt mehr als 1200 Mitgliedern unterstützt, der als eine der drei Stifter die Unabhängigkeit des Fritz Bauer Institut garantiert.

Das Institut bewahrt das Andenken an Fritz Bauer, den großen demokratischen Justizreformer und Initiator der Frankfurter Auschwitz-Prozesse. Fritz Bauer, 1903 in Stuttgart geboren und 1936 nach Amtsenthebung und KZ-Haft aus Deutschland emigriert, kehrte 1949 zurück, um am Aufbau eines demokratischen Rechtsstaates mitzuwirken. Er wurde zum Vorkämpfer für Strafrechts- und Strafvollzugsreformen, für Resozialisierung und eine gesellschaftliche Verantwortung der Justiz.

1952 verteidigte er, als Generalstaatsanwalt in Braunschweig, das Recht auf Widerstand gegen den Nationalsozialismus. 1960 hatte er, mittlerweile als hessischer Generalstaatsanwalt in Frankfurt am Main, wesentlichen Anteil an der Ergreifung Adolf Eichmanns und bereitete den Frankfurter Auschwitz-Prozess (1963-1965) vor. Mit diesem Prozess fand die Auseinandersetzung mit dem Holocaust in Deutschland erstmals eine breite öffentliche Resonanz. Fritz Bauer verstand den Auschwitz-Prozess als Selbstaufklärung der deutschen Gesellschaft in den Bahnen des Rechts, als Aufklärung "über die gefährlichen Faktoren in unserer Geschichte". Mitten in den Vorbereitungen zu einem großen Prozess gegen die Schreibtischtäter der Euthanasieverbrechen in den Reihen der NS-Justiz starb Fritz Bauer 1968. Der Prozess fand nie statt.


Informationen

Fritz Bauer Institut
Studien- und Dokumentationszentrum zur Geschichte und Wirkung des Holocaust
- Stiftung des bürgerlichen Rechts -
Grüneburgplatz 1
60323 Frankfurt am Main

Direktor:
bis zum 31.03.07 Prof. Dr. Dietfrid Krause-Vilmar
ab dem 01.04.07 Dr. Raphael Gross
Stellv. Direktor: Gottfried Kößler

Telefon +49 (0)69-79 83 22-40
Fax +49 (0)69-79 83 22-41
E-Mail
info@fritz-bauer-institut.de

Veröffentlichungen

  • Jahrbuch zur Geschichte und Wirkung des Holocaust / Campus Verlag
  • Wissenschaftliche Reihe des Fritz Bauer Instituts / Campus Verlag
  • Schriftenreihe des Fritz Bauer Instituts
  • Reihe Pädagogische Materialien
  • Reihe Materialien, Verzeichnisse, Biographien
  • Newsletter des Fritz Bauer Instituts

Mitgliedsbeiträge

  • Förderverein Fritz Bauer Institut e.V.
    Grüneburgplatz 1
    60323 Frankfurt am Main
    Vorsitzende: Brigitte Tilmann, Präsidentin des OLG Frankfurt am Main a. D.
  • Mitgliedsbeiträge im Förderverein:
    Einzelpersonen 60 € (jährlicher Mindestbeitrag)
    Schüler und Studenten 30 €

Homepage

http://www.fritz-bauer-institut.de

Revision: 27/02/2007 - 10:05 - © AsKI e.V.