Schon die mittelalterliche Geschichte der Wartburg lässt sich mit bekannten historischen Persönlichkeiten belegen, den Thüringer Landgrafen und der heiligen Elisabeth. Im ausgehenden 16. Jahrhundert sollte die Burg auch denkmalhafte Züge annehmen – zunächst nicht als Baudenkmal, sondern als Stätte eines welthistorisch bedeutsamen Ereignisses, des Aufenthalts und Wirkens Martin Luthers. Von Mai 1521 bis März 1522 hatte der gebannte und geächtete Mönch auf der Wartburg Zuflucht gefunden und im Dezember mit der Übertragung des Neuen Testaments aus dem Griechischen ins Deutsche begonnen. Treffend umschrieb Goethe, ein häufiger Wartburggast, 1819 die Bedeutung der lutherischen Bibelübersetzung „und so sind denn die Deutschen ein Volk erst durch Luther geworden." Die Lutherstube wurde zum Ziel ungezählter Pilger.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts besannen sich die Romantiker auf das Mittelalter und die Symbolhaftigkeit des Ortes und schufen dadurch die Basis für die Ausgestaltung der Wartburg als nationales Denkmal. Deren Geschichte wurde Gegenstand literarischer und bildkünstlerischer Widerspiegelung, der sich ab 1838 eine architektonische Wiederherstellung der Wartburg anschloss, da sie nicht nur in dynastischem Sinne herbeigesehnt, sondern im Volksbewusstsein längst zum Denkmal geworden worden war. Besonders eindrucksvoll demonstrierte dies die erste bürgerliche Nationalkundgebung der Deutschen, das Wartburgfest der studentischen Burschenschaften im Oktober 1817. Einen schließlich ‚dramatischen’ Überzug erhielt die Burg mit Richard Wagners Oper ‚Tannhäuser’.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erfuhr die Feste unter Carl Alexander von Sachsen-Weimar-Eisenach eine ihrer bedeutendsten Bauphasen. Dabei schien es dem Bauherrn wichtig, ein in die Welt wirkendes nationales Gesamtkunstwerk zu schaffen. So entstanden Innenausstattungen des Palas, die heute zu den exzellentesten Beispielen historistischer Kunst gezählt werden.
Nach Abdankung der deutschen Monarchen war 1922 die öffentlich-rechtliche Wartburg-Stiftung gegründet worden, die bis heute kontinuierlich besteht. Die Stiftung hat den Zweck und die Aufgabe, die Wartburg und ihre Kunstschätze in würdiger Form als bedeutsame Kulturstätte, Denkmal und Museum zu erhalten und der interessierten Allgemeinheit zu öffnen. In den Gebäuden befinden sich mehrere Dauerausstellungen. Die Stiftung organisiert regelmäßig wissenschaftliche Tagungen, Veranstaltungen und Sonderausstellungen.















