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Grußwort der Staatsministerin für Kultur und Medien, Dr. Christina Weiss
anlässlich der Verleihung der achten Maecenas-Ehrung des Arbeitskreises selbständiger Kultur- Institute (AsKI) an Dr. Dr. h. c. Günter und Waldtraut Braun am 23. September 2003

Verehrtes Ehepaar Braun, sehr geehrter Herr Hansen, sehr geehrter Herr von Weizsäcker, sehr geehrter Herr Gaehtgens, meine sehr verehrten Damen und Herren, wenn man über hochherziges Mäzenatentum spricht, muss natürlich auch der Namensgeber dieses meist altruistischen Verhaltens genannt werden: Gaius Cilnius Maecenas. Der Römer Mäzenas sah die Unterstützung der Kultur als Mittel der Versöhnung und des politischen Brückenschlages an. Was damit gemeint war, belegt eine Episode, die uns ein antiker Biograph des römischen Dichters Vergil überlieferte. Mäzenas stellte dem von ihm unterstützten Dichter Vergil die folgende Frage: "Unter welcher Bedingung ist es für jemanden möglich, sein Glück und seinen Wohlstand zu erhalten?" Als Antwort des Dichters an Mäzenas wird folgende überliefert: "Sofern du die anderen an Ehre und Reichtum übertriffst, musst du danach streben, sie auch an Großzügigkeit und Offenheit zu übertreffen."

Sehr geehrtes Ehepaar Braun, Sie haben sich wirklich vortrefflich an diesen Rat gehalten und werden dafür heute dafür mit einer Auszeichnung bedacht, wie sie herausragenden Förderern der Künste gebührt. Ich möchte Ihnen dazu meine herzlichsten Glückwünsche überbringen. Die Verbindung von Kultursinnigkeit und gesellschaftlicher Verantwortung ist zweifellos ein Ideal von zeitloser Gültigkeit. Die Gesellschaft hat all denen zu danken, die immer wieder diesem Ideal entsprechend handeln. Wir wollen hoffen, dass es immer mehr werden.

Meine Damen und Herren, die Maecenas-Ehrung ist eine sehr geeignete Form, Großzügigkeit und Offenheit zu rühmen. Wer anders als der AsKI wäre dafür besonders prädestiniert. Der Arbeitskreis selbstständiger Kulturinstitute ist selbst ein Produkt bürgerschaftlichen Engagements. Der AsKI versammelt eigentlich private Initiativen. Einige Verbindungen dieser Institute reichen bis ins frühe 19. Jahrhundert. Damals begründete das Mäzenatentum eine neue kulturelle Tradition in Deutschland. Daran sollten wir gerade an einem Tage wie diesem erinnern. Die Maecenas-Ehrung kommt Persönlichkeiten zugute, die sich um die Förderung von Kunst und Kultur in besonderer Weise verdient gemacht haben. Wir wissen um die Bedeutung privater Unterstützung für kulturelle Projekte, wir wollen die Beziehung zu den Mäzenen mit Engagement und Verständnis aufrecht erhalten, aber auch und immer wieder erneuern. Gerade in unserer Zeit, in der, der "ästhetische Wohlfahrtsstaat" - wie ihn die F.A.Z. nennt - unter starken Rechtfertigungsdruck gerät, leistet das private Mäzenatentum einen maßgeblichen Beitrag für die Pflege des Geistes, der Bildung und der Erkenntnis.

Der heutige Festakt bietet eine gute Gelegenheit, einen deutlich vernehmbaren Appell an das bürgerschaftliche Engagement in unserem Land zu richten. Es wäre schön, wenn die Fraktion moderner Mäzene noch stärker würde, wenn noch mehr Bürgerinnen und Bürger ihren Reichtum gesellschaftlich verzinsen lassen würden. Unser Gemeinwesen braucht noch mehr engagierte Persönlichkeiten wie Günter und Waldtraut Braun. Sie haben in vielfältiger Weise Berliner Museen unterstützt, junge Künstler aller Sparten gefördert. Die von Ihnen herausgegebene Katalog-Reihe "Edition Junge Kunst in Berlin" und Ihre Unterstützung von museumspädagogischen Projekten hat einen Dialog über zeitgenössische Kunst ermöglicht. Besonders aber hat mich beeindruckt, in welcher Weise Sie dafür geworben haben, das zerstörte, von den Nationalsozialisten fast ausgerottete Berliner Mäzenatentum wieder zu beleben. Sie haben damit all jenen ein Denkmal gesetzt, ohne deren segensreiches Tun die Berliner Museen nicht existieren würden.

Sehr geehrte Frau Braun, sehr geehrter Herr Braun, bitte empfangen Sie noch einmal meine herzlichen Glückwünsche zu dieser Auszeichnung. Mögen andere Ihrem leuchtenden Beispiel folgen zum Wohle von Wissenschaft und Kultur, zum Wohle unserer Bürgergesellschaft, die wir so dringend brauchen.


Revision: 21/12/2004 - 15:56 - © AsKI e.V.