Gerhard Marcks gehört neben Ernst Barlach und Wilhelm Lehmbruck zu den wichtigsten deutschen Bildhauern des 20. Jahrhunderts. Seine Skulpturen gelten als Inbegriff einer aus klassischen Traditionen schöpfenden und zugleich modernen Formensprache, die dem Figürlichen verpflichtet ist. Zu Lebzeiten, 1971, hat Bremen ihm ein Museum gewidmet, das Gerhard Marcks-Haus. Hier wird sein reicher Nachlass aufbewahrt: 400 Skulpturen, 12.000 Handzeichnungen und über 1000 Blätter Druckgraphik. Jedoch ist sein Vermächtnis nur eine Seite des Bremer Bildhauermuseums. Die andere Seite ist die faszinierende Formenwelt zeitgenössischer Bildhauerkunst ich ihrem ganzen Spektrum. Avantgarde und klassische Moderne, das Spektakuläre und das Besondere, werden in wechselnden Ausstellungen von internationalem Format präsentiert. Große Klassiker wie Moore, Marini, Giacometti, Wotruba oder Maillol werden ebenso vorgestellt wie die nachfolgende, jüngere Bildhauergeneration wie Lüpertz, Balkenhol oder Kirkeby. So darf sich das Gerhard Marcks-Haus zu den ersten Adressen unter Europas Bildhauermuseen zählen.
Gerhard Marcks wurde 1889 in Berlin geboren, seine künstlerische Laufbahn begann er als Tierbildhauer; seit 1910 widmete er sich dem Menschenbild. Nach dem Ersten Weltkrieg durchlebte Marcks eine künstlerische Phase des Expressionismus. 1919 berief ihn Walter Gropius als Leiter der Keramik-Werkstatt an das neugegründete Weimarer Bauhaus. Marcks, der dem Handwerk nahe stand, verweigerte sich jedoch der zunehmenden Technisierung der Schule. Er verließ das Bauhaus 1925 und widmete sich fortan ganz der Bildhauerei.
Aus seinem Lehramt an der Kunstgewerbeschule in Burg Giebichenstein in Halle/Saale wurde er 1933 als von den Nationalsozialisten unerwünscht entlassen und zog sich an die Ostseeküste zurück. Nach einem Stipendienaufenthalt an der Villa Massimo, Rom, im Jahr 1935 verfügte er erst Ende der dreißiger Jahre wieder über ein eigenes Atelier. 1943 wurde es mitsamt eines großen Teils seiner Arbeiten von Bomben zerstört. Nach dem Krieg folgte Marcks dem Ruf an die Landeskunstschule in Hamburg; hier schuf er eine Reihe monumentaler Arbeiten, Toten- und Mahnmale für die Städte Lübeck, Hamburg, Mannheim, Köln, Bochum, Osnabrück. Seit 1951 lebte Marcks in Köln-Müngersdorf. Hier entstand sein reiches Spätwerk. Reisen nach Spanien, Griechenland, Afrika und Mexiko bereicherten sein Werk. Gerhard Marcks starb 1981 in Burgbrohl/Eifel.
Als Marcks 1966 den "Rufer" für Radio Bremen entwarf, reifte dort der Plan zur Gründung eines Gerhard Marcks-Hauses in Bremen, das 1971 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde.
Gerhard Marcks-Haus
Gerhard Marcks-Stiftung
Am Wall 208
28195 Bremen
Vorsitzender der Stiftung: Hans-Dieter Lampe
Direktor des Museums: Dr. Jürgen Fitschen
Telefon +49 (0)421 - 32 72 00
Fax +49 (0)421 - 33 78 675
E-Mail info@marcks.de
Öffnungszeiten
- Di-So 10.00-18.00 Uhr
- Mo geschlossen
Öffentliche Führungen
Veröffentlichungen
- Werkverzeichnis der Plastik
- Werkverzeichnis der Graphik
- Monographien
- Ausstellungskataloge u.a.
(Bibliographie liegt vor)
Mitgliedsbeiträge
- Einzelpersonen 30 €
- Familien 40 €
- Firmen 150 €