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Schätze heben - neue Wege und Möglichkeiten zum Wirksammachen von Kulturgut - Erschließung und Nutzung von Sammlungen und Archiven dokumentarischer Art
Fachtagung des AsKI e.V. am 21./22. Februar 2002 im Deutschen Rundfunkarchiv (DRA) in Potsdam-Babelsberg in Zusammenarbeit mit der Initiative Fortbildung e.V. - Berlin Sabine Jung in Kulturberichte 1/02 Die erste Fachtagung des AsKI in diesem Jahr soll den Auftakt bilden für eine Folge von interessanten und sich aus den Tagungen und den Wünschen der Mitglieds-Institute ergebenden Themenschwerpunkten. Ein besonderer Dank galt der „Initiative Fortbildung für wiss. Spezialbibliotheken und verwandte Einrichtungen e.V." für die fachliche Unterstützung zur Tagung. Die Geschäftsführerin Evelin Morgenstern hatte mit großem Engagement zum Gelingen der Tagung beigetragen. Dr. Hans Zotter MAS, Leiter der Abteilung für Sondersammlungen der Universitätsbibliothek Graz, entwickelte unter der Überschrift "Das Roden des Dornbusches vor dem Kuss, Chancen, Orientierungen, neues Selbstverständnis für Unikaten-Sammlungen" ein Szenario, das er im Jahr 2440 ansiedelte, in dem Krämerseelen, renditesüchtige Betriebswirte Bücher verbrennen, Bibliotheken wie die Bibliothèque Royale auf Kabinettgröße schrumpfen, weil „der rationale Mensch auf alle ‚überflüssigen’ Informationen verzichte…".Es gehe aber gerade um die Erinnerung und das Wissen, das Wissen als bewältigte Information. Es gehe um den Umgang mit Originalen und deren Inhalte, aber auch um deren Gebrauchsspuren. Vielerorts seien Bibliotheken ‚Horte vergrabener Schätze’, schwer zugänglicher Pfründe, die durch die Digitalisierung erstmals nicht nur publik, sondern auch populär und damit bearbeitbar würden.Hans Zotter erläuterte das ‚Gebäude’, das die unterschiedlichen Informationsebenen: Bild, Schrift, materieller Bestand, historische Spuren, Bibliotheksambiente u. ä ergibt. Digitalisierte Handschriften seien ein ideales Nutzmedium und weniger ein Archivmedium.Praktische Hinweise aus langer Erfahrung auf dem Gebiet der Digitalisierung, gerade von mittelalterlichen Handschriften, flankierten den Vortrag: Vieles von diesen Ausführungen konnte Frau Dr. Maria Effinger aus ihrer Erfahrung als Fachreferentin für das Sammelgebiet Kunstgeschichte an der Universitätsbibliothek Heidelberg bestätigen. Unter dem Titel „Wie kommt die tobende Minne ins Internet? Zur Digitalisierung spätmittelalterlicher Bilderhandschriften aus der Bibliotheca Palatina", einem DFG geförderten und von ihr geleiteten Projekt, berichtete sie über ihre Erfahrungen und Schwierigkeiten sowie die Erfolge gerade hinsichtlich einer verstärkten Wahrnehmung Ihrer Arbeit seit der Präsentation ihrer Projektergebnisse.Am darauf folgenden Tag hielten sich Theorie und Praxis die Waage. Dr. Ewald Brahms, Leiter der Abteilung „Wissenschaftliche Literaturversorgungs- und Informationssysteme" stellte die Arbeit der Deutschen Forschungsgemeinschaft vor, zeigte Projekte, die gerade in diesem Bereich der Digitalisierung gefördert werden, und ermunterte insbesondere die entsprechenden Museumsbereiche, sich um Zuschüsse zu bewerben. Er erläuterte den Voraussetzungskatalog für eine Antragstellung, schilderte, wie eine entscheidungsreife Eingabe aussehen sollte, um zügig und erfolgreich bearbeitet werden zu können. Frau Gabriele Beger gab als Bibliothekarin und Juristin unter dem Titel „Kulturgut im Internet – schön und gut. Wie sehen die rechtlichen Aspekte der Internet-Nutzung aus?" wichtige Hinweise zu aktuellen Ständen hinsichtlich der Nutzungen im Intranet und im Internet. Sie zeigte u. a. am Beispiel des „’Berlin-Handbuches’, 1992, Herausgeber Staatskanzlei Berlin" die Schwierigkeiten einer Nutzung von Gedrucktem, Publiziertem, das nachträglich ins Internet gestellt wird, auf. Ken Gorbey, der Projektdirektor des Jüdischen Museums Berlin, gebürtiger Neuseeländer, mit Erfahrungen als Museumsmann und Ausstellungsmacher in Neuseeland und Australien sowie in Europa, führte durch das Labyrinth des Neubaus von Daniel Libeskind. Das Museum ist zum eigenständigen Nationalmuseum geworden. Das Ausstellungskonzept, unter dem Direktor Michael Blumenthal festgelegt, wurde in knapp anderthalb Jahren von Ken Gorbey realisiert. Ein Ausstellungskonzept wird dennoch offen gehandhabt, so betonte Ken Gorbey. Was die Besucherbedürfnisse anlangt so ist das anfängliche ‚Zuviel’ an Exponaten beispielsweise weitestgehend einer sparsameren Bestückung gewichen. Das Haus ist kein Holocaust-Museum, vielmehr galt es eine lebendige Zeitreise durch fast zwei Jahrtausende deutsch-jüdischer Geschichte zu inszenieren. Museumsdidaktisch sollen von der Großeltern- bis zur Enkelgeneration alle angesprochen und gemeinsam zur Erkundung angeregt werden. Die eigentlichen Sammlungsgegenstände reichen von unspektakulären Erinnerungstücken über Kunstwerke, etwa das „ Gefallene Laub" von Menashe Kodishman, bis zu großenteils gestifteten Kostbarkeiten. Sie alle erzählen Geschichten, die sich inszeniert, dem Betrachter als ‚Schätze’ erschließen. In einer Kurzevaluierung wurden im Wesentlichen drei große Bereiche für weitere Fachtagungen genannt: Recht, Öffentlichkeitsarbeit (Öffentlichkeitsarbeit im Museum – Das Werben/Umwerben von Besuchern), Erschließung von Sammlungsgut („Wie nutzen wir Geschichte?").Alle Referenten verweisen auf ihre entsprechenden Websites und stehen den AsKI -Instituten für Fragen auch über die Tagung hinaus zur Verfügung. Programm
Revision: 25/05/2005 - 10:16 - © AsKI e.V.
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