Das Geburtshaus Friedrich von Hardenbergs ist Schloß Oberwiederstedt (Sachsen-Anhalt). Dieses Gebäude war in den achtziger Jahren durch eine mutige Bürgerinitiative vor dem totalen Abriss bewahrt worden. Eine Internationale Novalis-Gesellschaft (ING) wurde am 2. Mai 1992 aus Anlass des 220. Geburtstages gegründet, die sich die Förderung der wissenschaftlichen und künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Werk und der Persönlichkeit Friedrich von Hardenbergs (Novalis) zum Ziel setzte. Die als gemeinnützig anerkannte Literaturgesellschaft will damit auch das Interesse einer breiten Öffentlichkeit an Novalis wach halten und stärken. Im Rahmen ihrer Möglichkeiten fördert sie die Erforschung des Werkes und der Biographie sowie die Sammlung von Novalis-Dokumenten in der Forschungsstätte für Frühromantik. Die ING zählt inzwischen weit über 400 Mitglieder in 21 Ländern und vier Kontinenten.
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| Georg Philipp Friedrich von Hardenberg, genannt Novalis (1772-1801) Gemälde von unbekannter Hand |
Der Zweck der Stiftung ist die Förderung von Kunst und Kultur, Wissenschaft und Forschung sowie der soziokulturellen und soziopädagogischen Bildung auf der Grundlage des Menschen- und Weltbildes von Novalis. Dieser Zweck wird nicht nur durch den Unterhalt von Forschungsstätte und Museum und die Förderung der ING verwirklicht, sondern unter anderem auch durch Zusammenarbeit mit Stiftungen, Museen, Universitäten, Forschungs- und Bildungseinrichtungen mit gleicher oder ähnlicher Zielsetzung auf nationaler und internationaler Ebene. Im Zusammenwirken von Gesellschaft und Stiftung entwickelt sich Schloß Oberwiederstedt mehr und mehr zu einem internationalen Kommunikationszentrum. Es ist Tagungsort internationaler Fachtagungen wie inzwischen in Folge Schauplatz eines Festivals der Märchen. Ein Fest mit Novalis für die Kinder der Welt.
Neben einer Dauerausstellung zu Leben und Werk des Novalis zeigt das Novalis-Museum regelmäßig Kabinettausstellungen zu aktuellen Forschungsergebnissen der Novalis-Forschung und zu kultur- und rezeptionsgeschichtlichen Themen aus dem Umkreis der (insbesondere Früh-) Romantik. Im Aufbau befindet sich die einmalige „imaginäre Bibliothek", die nach von Novalis selbst aufgezeichneten Bücherlisten sowie einer umfangreichen Quellenbibliographie nach den Handschriften all jene Bücher wieder präsentieren soll, die Novalis nachweislich studierte und als Quelle seiner zahlreichen Studien, theoretischen, naturphilosophischen und poetischen Texte nutzte.
Zum historischen Ensemble gehören der wiederhergestellte Klostergarten sowie Klosterschiff mit Kirche eines ehemaligen Dominikanerinnenklosters aus dem frühen 13. Jahrhundert, für dessen Rekonstruktion sich Gesellschaft und Stiftung im Rahmen eines Trägervereins für die Taufkirche von Novalis engagieren.



