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Winckelmann-Gesellschaft mit Winckelmann-Museum



Winckelmann-Museum, Stendal
Johann Joachim Winckelmann, der 1717 in Stendal geboren wurde und ab 1755 in Rom wirkte, hat nicht nur die archäologische Forschung als Wissenschaft grundlegend geprägt, sondern sein Antikebild hat darüber hinaus die Literatur der deutschen Klassik und die europäische Kunst nachhaltig beeinflusst.

In der Geburtsstadt Johann Joachim Winckelmanns (1717-1768), dem altmärkischen Stendal, wurde im Dezember 1940 die Winckelmann-Gesellschaft gegründet, die bereits nach einem Jahr mehr als 1100 Mitglieder zählte. Anlass der Gründung war der Tod eines Stendaler Sammlers, Heinrich Segelken, dessen Winckelmanniana (Erstausgaben, Briefe, Archivmaterial) die Stadt erwarb und zur Verwaltung und Vermehrung einen Träger suchte. Dass diese Bemühungen um eine institutionelle Pflege des Gedenkens Erfolg hatten, liegt zugleich in der Aktualität der Winckelmann-Rezeption der Zeit begründet: In den 20er- bis 40er-Jahren vollzog sich in Deutschland vor dem Hintergrund der verstärkten Hinwendung zur griechisch-römischen Kultur und Kunst eine Winkelmann-Renaissance, die Winckelmann primär als Protagonisten der deutschen Klassik sah und die an seiner Ästhetik als sichtbare Perpetuierung des klassischen Antike-Ideals festhielt.

Nach Ende des Krieges und Wiederzulassung von Gesellschaften und Vereinen betrieb der Stendaler Dr. Rudolph Grosse, unterstützt vom Präsidenten des Deutschen Archäologischen Instituts Carl Weickert, maßgeblich die Neugründung der Winckelmann-Gesellschaft. In den folgenden Jahren hatte die Winckelmann-Gesellschaft unter dem Vorsitz von Dr. Arthur Schulz (1949-1963) die internationalen Kontakte vor allen nach Italien und Frankreich rasch neu geknüpft und ausgebaut. Im Zusammenwirken mit seinem Nachfolger Dr. Gerhard Richter (1963-1968) gelang 1955 die Gründung des Winckelmann-Museums.

Unter der Präsidentschaft von Prof. Johannes Irmscher (1968-1990) und der Geschäftsführung von Dr. Max Kunze, der 1990 das Amt des Präsidenten antrat, begann die Winckelmann-Gesellschaft ihre Öffentlichkeitswirkung beträchtlich zu erweitern. Neben der Jahreshauptversammlung fanden seit 1972 jährlich zwei Kolloquien statt. Parallel dazu wuchs die Publikationstätigkeit der Gesellschaft, die inzwischen über mehrere Publikationsreihen verfügt. Dank einer geschickten und weitsichtigen Geschäftsführung konnte die Winckelmann-Gesellschaft ihren internationalen Charakter bewahren und sich einer Vereinnahmung durch den Staat entziehen. Seit 1990 boten sich für die Arbeit der Winckelmann-Gesellschaft neue Möglichkeiten für wissenschaftliche Tagungen, Ausstellungen und Forschungsprojekte.

Von ihrer Gründung an hat sich die Gesellschaft um die internationale Winckelmann-Bibliographie bemüht. Eine Gesamtbibliographie wurde 1999 auf CD publiziert. 1988 hatte die Winckelmann-Gesellschaft als ein erstes deutsch-deutsches Wissenschaftsprojekt der VW-Stiftung gemeinsam mit der Freien Universität Berlin mit der historisch-kritischen Edition des Winckelmannschen Hauptwerkes der "Geschichte der Kunst des Alterthums" begonnen. Dank der Förderung der Landesregierung Sachsen-Anhalt und der Deutsche(n) Forschungsgemeinschaft konnte daraus die historisch-kritische Gesamtausgabe Winckelmanns entwickelt werden, die ab 1996 in ein Vorhaben der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz übergangen ist mit einer Arbeitsstelle im Stendaler Winckelmann-Haus. Eine "Bilddatenbank zu antiken Skulpturen, die Winckelmann kannte", d.h. eine Bild- und Dokumentationsdatenbank zu allen von Winckelmann erwähnten antiken Denkmälern ist 2000 auf 3 CDs erschienen.

Zu den wissenschaftshistorischen Aktivitäten gehört auch der Stendaler Arbeitskreis zur Theorie und Geschichte der Kunstgeschichtsschreibung, in dem seit 1997 sich Archäologen und Kunsthistoriker treffen.

Seit dem Jahr 2000 ist die Winckelmann-Gesellschaft auch Trägerin des Stendaler Winckelmann-Museums, in dem zahlreiche, auch überregional bedeutsame Sonderausstellungen stattfinden. Die Sammlungen der Winckelmann-Gesellschaft, die im Winckelmann-Museum betreut und ausgestellt werden, umfassen vor allem Autographen, Erstausgaben und frühe Drucke der Werke Winckelmanns, Winckelmann-Bildnisse und Bildnisse seiner Zeitgenossen, Italienansichten sowie eine kleine Antikensammlung. Hilfreich für die Forschung sind die Kopien des gesamten handschriftlichen Nachlasses (inzwischen auch digital verfügbar), die in der Stendaler Bibliothek gemeinsam mit der für die Winckelmann-Forschung relevanten Literatur zur Verfügung stehen.

Informationen

Winckelmann-Gesellschaft e.V. mit Winckelmann-Museum
Winckelmannstr. 36/37
39576 Stendal

Präsident: Prof. Dr. Max Kunze
Geschäftsführerin: Dr. Stephanie-Gerrit Bruer
Schatzmeister: Dr. Christoph Helm

Telefon +49 (0)3931-21 52 26
Fax +49 (0)3931-21 52 27
E-Mail: info@winckelmann-gesellschaft.de

Öffnungszeiten   
  • Di-So 10-17 Uhr
  • Mo geschlossen
Publikationen
  • Mitteilungen der Winckelmann-Gesellschaft
  • Beiträge der Winckelmann-Gesellschaft
  • Schriften der Winckelmann-Gesellschaft
  • Akzidenzen. Flugblätter der Winckelmann-Gesellschaft
  • Ausstellungskataloge
  • Sammlungskataloge
  • Johann Joachim Winckelmann - Schriften und Nachlass
  • Stendaler Winckelmann-Forschungen
Mitgliedsbeiträge
  • Einzelpersonen 40 €
  • Ermäßigt 20 €
  • Institutionen 75 €


Homepage

http://www.winckelmann-gesellschaft.de

Revision: 07/03/2007 - 10:16 - © AsKI e.V.