Das Deutsche Rundfunkarchiv (DRA) konnte im Jahre 2002 zwei Jubiläen feiern: das
50-jährige Bestehen der Stiftung als solche sowie
das 10-jährige Bestehen des zweiten Standortes
in Potsdam-Babelsberg. Die
Jubiläumsaktivitäten fanden schwerpunktmäßig im August und
September statt. Vom 13.-23. August 2002 war die Ausstellung >re:play< am ersten Standort
der Stiftung in Frankfurt am Main zu sehen (Goldhalle des Hessischen Rundfunks), daran
anschließend vom 3.-13. September 2002 im
DRA Potsdam-Babelsberg. Die feierliche Eröffnung
der Ausstellung gestalteten Prof. Klaus Berg, Verwaltungsratsvorsitzender des DRA und
Intendant des Hessischen Rundfunks, Hans-Gerhard
Stülb, Vorstand des Deutschen Rundfunkarchivs,
und als Festredner Kurt Deggeller, Direktor von Memoriav, dem Verein zur Erhaltung des
audiovisuellen Kulturgutes der Schweiz.
An zwei Vortragsabenden wurden jeweils die audiovisuellen Dokumente des Deutschen
Rundfunkarchivs in Auswahl und kommentiert vorgestellt. Die Verfasserin, ständige Vertreterin
des Vorstands am Standort Frankfurt am Main,
präsentierte unter dem Titel "Ungehört ...
Unerhört?" alte und neue Töne aus dem DRA. Dr.
Peter-Paul Schneider, ständiger Vertreter des Vorstands
am Standort Potsdam-Babelsberg, bot unter dem
Titel "Angefragt-Überspielt-Gesendet. Aus
dem Babelsberger Rundfunkarchiv ins Fernsehprogramm" einen bunten Querschnitt durch die
Fernsehproduktionen des Deutschen Fernsehfunks. Des weiteren stellten sich in Frankfurt die
einzelnen Abteilungen des DRA in ihrer täglichen
Arbeit vor. Besonders interessant waren hierbei
die Vorführungen der Abteilung Tontechnik, die
sich intensiv mit der Rekonstruktion und Restaurierung historischer Tonträger beschäftigten
- bei den zahlreichen Besuchern fanden sie regen Anklang. Die Ausstellung des Deutschen
Rundfunkarchivs war nicht nur eine Ausstellung
zum Anschauen, sondern insbesondere auch
zum Anhören: Bei diversen Hörstationen z. B.
konnten die Besucher ausgewählten Tonbeispielen
in thematischer und/oder chronologischer Zusammenstellung lauschen. Außerdem gab es
die Möglichkeit, ausgewählte
Fernsehproduktionen der DDR in Gänze anzuschauen.
Obwohl die Ausstellung >re:play< an
beiden Standorten jeweils nur zehn Tage gezeigt
werden konnte, war die Besucherzahl mehr als zufriedenstellend.
Inzwischen liegen bereits weitere Anfragen einzelner ARD-Rundfunkanstalten
vor, die die Ausstellung übernehmen möchten. Vom 18.-22.10.2002
war >re:play< ebenfalls auf der "EDIT-Messe" in Frankfurt zu sehen; erste
Station der Wanderausstellung ist seit Dezember und noch bis Ende
Februar 2003 das DeutschlandRadio Berlin.
Das Jubiläum des DRA und die Ausstellung fanden auch ein
reichhaltiges Medienecho in Presse, Rundfunk und Fernsehen. Neben dem
Hessischen Rundfunk, der ausführlich in seinen
diversen Hörfunkprogrammen und auch im Fernsehen über die Ausstellung
berichtete (einschließlich der ARD-Tagesschau), sind Sendungen
beim MDR und auch beim ORF zu erwähnen. Darüber hinaus gab es sowohl
in der lokalen und regionalen, aber auch in der überregionalen Presse eine
intensive Berichterstattung über das DRA - von der "Bild"-Zeitung bis
hin zur Wochenzeitung "DIE ZEIT".
Ergänzend zu diesen Ausstellungsaktivitäten ist eine
Chronik des
Deutschen Rundfunkarchivs erstellt worden, als CD-ROM beigefügt sind Audio- und Videobeispiele der Präsentationsabende. Diese Chronik ist
für 5,00 €im Deutschen Rundfunkarchiv in Frankfurt am Main zu
beziehen. Zusätzlich ist aus Anlass des 50-jährigen Bestehens eine CD
erschienen mit bisher unveröffentlichten
Tondokumenten des Pianisten Johannes Strauss. Sie enthält
Chopins 1. Klavierkonzert sowie das Andante spianato und Polonaise Es-Dur op. 22 für Klavier
und Orchester, ebenfalls das 2. Klavierkonzert op.
33 "Der Fluss" von Selim Palmgren - alles
Aufnahmen mit dem Orchester des Reichssenders Frankfurt aus dem Jahre 1938.