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Joachim-Felix Leonhard
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1994/95
Frieden durch Recht - Das
Reichskammergericht
von 1495 bis 1806
(Gesellschaft für
Reichskammergerichtsforschung,
AsKI-Geschäftsstelle)
Bonn, Wissenschaftszentrum
Frankfurt/Main, Historisches Museum
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Seit meiner Wahl in den AsKI-Vorstand 1999 sowie meiner Übernahme des Vorsitzes im
Jahr 2001 hat sich das Bild des AsKI gewandelt.
Aus der Gründungsgeschichte heraus und damit
aus der Tradition des AsKI e.V. erwuchsen für den
als Verbund organisierten Verein unter
geänderten Vorzeichen neue Herausforderungen für das
neue Jahrtausend.
Vor 35 Jahren ausgehend von einer kleinen, in der deutschen Kulturlandschaft jedoch
renommierten Gründungsgruppe zeichnete sich für
den AsKI in der letzten Zeit zunehmend die Notwendigkeit ab, dem ,erweiterten Kulturbegriff' und
dem globalen Gedanken der Vernetzung Rechnung zu tragen sowie Interdisziplinarität und
Transdisziplinarität als Ziel verstärkt anzustreben.
Somit kam und kommt dem von den Mitgliedern bestellten Aufnahmeausschuss unter
Vorsitz von Frau Dr. Susanne Popp - Leiterin des Max-Reger-Instituts, Karlsruhe -
eine
besondere Bedeutung für den AsKI zu. Die
Aufnahmekriterien schreiben sowohl formale als auch
inhaltliche Voraussetzungen vor:
 | Charakter eines Kultur- und Forschungsinstituts von höchstem Niveau |
 | Erwerb, Erhalt und Präsentation einer
bedeutenden Sammlung kulturell wichtiger Gegenstände und/oder Dokumente |
 | Erforschung des Sammelguts, Editionstätigkeit |
 | Veranstaltungen, Beratung, Öffentlichkeitsarbeit |
 | überregionale Wirkung, nationaler und
internationaler Ruf |
 | Mindestgröße einer hauptamtlichen Leitung |
 | finanzielle Sicherheit |
 | selbständige, gemeinnützige Rechtsform (in
der Regel Stiftung bürgerlichen oder
öffentlichen Rechts, gemeinnützige GmbH, e. V.) |
 | tatsächliche Selbständigkeit (neben der rechtlichen, formalen), die sich vornehmlich in der
Besetzung der Gremien und in der Entscheidungsfreiheit in wissenschaftlichen und
künstlerischen Fragen ausdrückt. |
Gemeinsam mit dem Aufnahmeausschuss hat der AsKI in den letzten Jahren
deutschlandweit und nach der Wiedervereinigung verstärkt
aus den neuen Bundesländern Kulturinstitutionen
als Mitglieder aufgenommen - zuletzt die Wartburg-Stiftung, Eisenach, die Kleist-Gedenk- und
Forschungsstätte e.V., Frankfurt/Oder, und die Novalis-Stiftung, Wiederstedt
-, die zu einem nicht
unwesentlichen Anteil aus privatem Engagement
für die Kultur entstanden sind.
Neben dem "erweiterten Kulturbegriff" - wünschenswerte Ergänzungen des AsKI wären
auch die Bereiche Theater/Tanz und verstärkt
Technik - ist die Interdisziplinarität erklärtes Ziel.
Zunehmend sollen interdisziplinäre Themen und
Fragestellungen in gemeinschaftlichen Projekten - seien es Wanderausstellungen, Vorträge,
Symposien, Fachtagungen - einer breiten
Öffentlichkeit präsentiert und zur Diskussion gestellt werden.
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Ein gutes Beispiel dafür ist die
Gemeinschaftsausstellung "Rückkehr in die Fremde?
Remigranten und Rundfunk in Deutschland 1945-1955"
mit mehr als 14 Stationen in vier Jahren (2000-2003). Ebenso lässt sich dies an der Resonanz auf
die AsKI-Fachtagungen und Rahmenprogramme zu aktuellen, auf die Mitgliedsinstitute
zugeschnittenen Themen ablesen, Veranstaltungen, die
seit einem Jahr verstärkt vom AsKI initiiert und
organisiert werden. AsKI-interne wie externe
Fachreferenten zeugen von der Lebendigkeit des Austausches. Dies gilt es sowohl bundesweit als
auch europaweit auszubauen. Darüber hinaus soll die Zusammenarbeit des AsKI mit der Casa di Goethe in Rom
intensiver als bisher genutzt und die
,Schaufensterfunktion' für die Mitglieder betont werden.
Gemeinschaftsausstellungen werden, wie in der Vergangenheit, das Visualisieren von
Themen ermöglichen, die interdisziplinär angelegt und
von zeitnaher Relevanz sind. Das gilt
insbesondere für die für 2004 vorgesehene
Wanderausstellung "Homo ludens - Der spielende Mensch"
(Arbeitstitel). Der Mensch, der sich heute mehr denn
je über seine Arbeit definiert, aber zunehmend
erkennt, dass die Arbeit und das Spiel ineinander überzugehen scheinen, steht dabei im
Mittelpunkt unserer gemeinschaftlichen Überlegungen.
Die Verknüpfung und Vernetzung von Aktivitäten
im Zusammenspiel mit Nicht-AsKI-Mitgliedern sollte dabei ebenfalls Berücksichtigung finden.
Auch die "Maecenas-Ehrung" hat in einem
regen Kontakt mit den Ausgezeichneten ein Netzwerk entstehen lassen, das besonders den
AsKI-Instituten hilfreich sein kann.
Eine größere Rolle wird in Zukunft die
verstärkte Kooperation des AsKI mit anderen
Kulturorganisationen spielen, in einem Netzwerk sowohl bundesweit als auch auf europäischer
Ebene und weltweit, wie z. B. mit dem Goethe-Institut Inter Nationes - ein Vorhaben, das noch
offensiver als bisher anzugehen ist.
Die nationale und kulturpolitische Bedeutung des AsKI - einer in Deutschland und Europa
nach wie vor einmaligen Vereinigung - liegt nicht
zuletzt begründet in dem Zusammenschluss von sowohl vom Staat teilfinanzierten, aber eben
auch privat finanzierten renommierten Institutionen,
die das kulturelle Bild Deutschlands in
herausragender Weise widerspiegeln. |
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Prof. Dr. Joachim-Felix Leonhard, 1999-2001 stellvertretender Vorsitzender und 2001-2002
amtierender Vorsitzender des AsKI, ist seit 2001 Generalsekretär des Goethe-Instituts Inter Nationes e.V. |
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