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Günther Pflug
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1984/85
Theodor Heuss
(AsKI)
Bonn, Arndt-Haus
Heidelberg, Unibibliothek
Nürnberg, Germanisches Nationalmuseum
Gummersbach, Heuss-Akademie
Bremen, Unibibliothek
Berlin, Staatsbibliothek
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Die Aktivitäten des Arbeitskreises
selbständiger Kultur-Institute e. V. - AsKI - in den 35
Jahren seines Bestehens mögen auf den ersten
Blick manchem wohl wie eine kontinuierliche Folge erscheinen, die dem Ziel dient, kulturelles
Gewicht und spezifische Ausprägung seiner Mitglieder
in das öffentliche Bewusstsein zu heben. Und
dieser Eindruck ist sicherlich im Grundsatz richtig.
Doch fällt es einem genaueren Blick auf,
dass die Wege, auf denen dieses Ziel angestrebt
wird, im Laufe der Zeit mannigfachen Wandlungen unterworfen waren, Wandlungen, die
letztlich nicht ohne Einfluss auf die Schwerpunktsetzungen des AsKI geblieben sind.
Schon der erste Geschäftsführer des
AsKI, Horst Claussen, hat in seinem Bericht zum
zwanzigjährigen Jubiläum auf die Veränderungen
hingewiesen (in: "Kulturberichte" 4/1988, S.
7-8). Seitdem hat sich jedoch vieles
weiterentwickelt. Die letzen 15 Jahre sind für die
Bundesrepublik Deutschland - und auch für den AsKI - so
entscheidend gewesen, dass ein kurzer
Rückblick angezeigt erscheint.
Gegründet wurde der AsKI 1967 auf Anregung des Bundesministeriums des Innern als eine
"Notgemeinschaft" von sieben rechtlich
selbständigen Kultur-Instituten, die in den sechziger
Jahren unter finanziellen Problemen litten und daher
nach einer gemeinsamen Basis suchten, um ihre Interessen mit mehr Nachdruck vertreten zu
können.
Dieser kleine Kreis hat sich in den folgenden Jahren wesentlich erweitert, auf inzwischen
37 Mitglieder. Aus der ursprünglichen "Notgemeinschaft" wurde eine
"Wirkungs- und Werbegemeinschaft", die sich darum bemüht, die
Bedeutung und besonderen Leistungen ihrer
Institute einer größeren politischen und kulturellen
Öffentlichkeit nahe zu bringen. Diese Entwicklung
führte zu einem stärkeren Selbstverständnis des
AsKI und verlieh ihm ein erhebliches Eigengewicht,
das natürlich auch das kulturpolitische Gewicht
der einzelnen Mitglieder stärkt.
Auf dieser Grundlage erhielten auch die Aktivitäten des AsKI eine neue Dimension. Es
sind vor allem drei Felder, auf denen sich der
AsKI betätigt:
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Ausstellungen |
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Publikationen |
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Fortbildungs- und
Informationsveranstaltungen |
Nachdem der AsKI in den ersten Jahren - seit 1978 - die Ausstellungsaktivitäten seiner
Mitglieder nur unterstützt hatte, realisierte er ab
1984 auch Ausstellungen gemeinsam mit einem oder mehreren Mitgliedern, wie zum Beispiel die
Ausstellung "Mythos Beethoven" (1986), "Mythos Europa" (1988), "Von der Idee zum Werk"
(1991), "Frieden durch Recht - Das
Reichskammergericht von 1495 bis 1806" (1994/95) oder
zuletzt "Rückkehr in die Fremde? Remigranten
und Rundfunk in Deutschland 1945-1955". Die
AsKI-Ausstellungen - ursprünglich nur im Wissenschaftszentrum Bonn gezeigt -
werden seit
1984 auch an verschiedenen Orten präsentiert,
einige, wie die Ausstellung "Grenzüberschreitungen. Walter Benjamin - Leben und Werk"
(1992-1996) oder die Ausstellung des Bauhaus-Archivs "Das Bauhaus webt" (1998/1999) auch im
Ausland (Spanien, Russland, Niederlande). Sie
erreichen so eine breite, auch internationale Öffentlichkeit.
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1984/85
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Ebenfalls seit 1984 wendet sich der AsKI auch mit Publikationen an die politische und
kulturelle Öffentlichkeit: von 1984 bis 1987 mit einer
Schriftenreihe, im Anschluss daran mit einer Reihe
von Monographien, die - entsprechend ihrer Thematik - auch in andere Sprachen übersetzt
wurden, so ins Englische, Französische, Italienische,
Spanische und Katalanische. Seit 1986 gibt der
AsKI eine eigene, mittlerweile dreimal jährlich
erscheinende Zeitschrift (Auflage z. Zt. über 17.000) heraus, die "Kulturberichte", die einen an
Kulturfragen interessierten Kreis über die Aktivitäten
des AsKI und seiner Mitglieder, aber auch über
allgemeine Aspekte der kulturellen Entwicklung in Deutschland unterrichten und ins
In- und
Ausland verschickt werden.
Die Fortbildungs- und Informationsveranstaltungen, das jüngste Kind des AsKI, wollen in
erster Linie die Mitarbeiter in den
Mitgliedsinstituten über neue Entwicklungen - etwa zu den
Themen "Elektronische Datenverarbeitung", "Museumspädagogik", "Rechte und Lizenzen"
- unterrichten. Doch auch Externe zeigen großes
Interesse an den Veranstaltungen. Hier greift der AsKI
als Kultureinrichtung deutlich über sein
ursprüngliches Aufgabengebiet hinaus, auch dadurch,
dass ausländische Referenten gewonnen werden konnten, um über die internationalen
Standards zu berichten.
Schließlich sind dem AsKI weitere
Aufgaben zugewachsen, so auf Anregung des Bundesinnenministeriums die "Maecenas-Ehrung", mit
der in zweijährigem Turnus herausragende
Mäzene geehrt werden: Arend Oetker (1989), Alfred
C. Toepfer (1991), Marion Ermer (1993), Henri Nannen (1995), Paul Sacher (1997), Clara
Freifrau von Arnim und Wolf-Dietrich Freiherr Speck
von Sternburg (1999), zuletzt Udo van Meeteren (2001). Mit diesen Ehrungen, die an
wechselnden Orten stattfinden und dort auf regen
Zuspruch seitens der Bürger stoßen, wird der
Gedanke des mäzenatischen Wirkens in eine
breitere Öffentlichkeit getragen.
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Einen weiteren Einschnitt stellt die deutsche Wiedervereinigung dar - sie hat auch den
AsKI vor neue Aufgaben gestellt. Freie
Kultur-Institute, die zwar eine öffentliche Förderung
erfahren, jedoch in ihrer Organisation, in ihren
Entscheidungen unabhängig von öffentlichen
Einflüssen sind, existierten in der DDR nicht. Der AsKI
wandte sich deshalb den Institutionen in den neuen Bundesländern zu, die seit der Wende
umstrukturiert oder neu gegründet wurden und
rechtlich selbständig sind. So konnten in den letzten
Jahren mehrere bedeutende kulturelle Einrichtungen in den AsKI aufgenommen werden: die
Winckelmann-Gesellschaft in Stendal, die Stiftung
Weimarer Klassik, die Franckeschen Stiftungen zu Halle an der Saale, die Stiftung
Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, die
Stiftung Bach-Archiv Leipzig und die Stiftung
Deutsches Hygiene-Museum in Dresden.
Die letztgenannte Neuaufnahme zeigt auch ein geändertes Verständnis von Kultur im AsKI.
Während der Begriff in den ersten Jahren auf
die Geisteswissenschaften beschränkt blieb,
wurde er dann sukzessive um die Bereiche Technik / Medien, Rechts- und Zeitgeschichte und
Naturwissenschaften erweitert. Dies entspricht der Satzungsformulierung von der "kulturellen
Vielfalt", die der AsKI mit seinen Mitgliedern
repräsentieren möchte. Den erweiterten
Kulturbegriff dokumentieren - neben den bereits erwähnten - u. a. die Mitglieder Stiftung Deutsches Rundfunkarchiv, Filmmuseum Berlin / Deutsche
Kinemathek, Gesellschaft für
Reichskammergerichtsforschung, Fritz Bauer Institut/Studien- und
Dokumentationszentrum zur Geschichte und Wirkung des Holocaust und Museumsstiftung Post und
Telekommunikation.
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Die Aktivitäten des AsKI reichen auch über
die Landesgrenzen hinaus. Den Beginn bildete die "Gedenkstätte für Walter Benjamin und die
Exilierten der Jahre 1933-45" in Portbou an der
französisch-spanischen Grenze. Auf Anregung
des damaligen Bundespräsidenten Richard von
Weizsäcker entstand in der Trägerschaft des AsKI
an dem Ort, wo Walter Benjamin auf seiner Flucht vor den Nazis starb, ein von dem
israelischen Künstler Dani Karavan gestaltetes Kunstwerk.
Im Jahre 1994 wurde es feierlich der
Öffentlichkeit übergeben.
Bereits 1983 hatte der AsKI einen anderen Auftrag der Bundesregierung erhalten: die
Errichtung der "Casa di Goethe". Schon
1972-1982 hatte in dem Haus Nr. 18, Via del Corso, ein
kleines, privat finanziertes Museum existiert, das - errichtet vom Freien Deutschen Hochstift / Frankfurt am Main
- aus Geldmangel wieder
schließen musste. Um dieses Museum neu zu
beleben, betraute die Bundesregierung - in Abstimmung mit dem Auswärtigen Amt und dem
Bundesministerium der Finanzen - den AsKI mit der Trägerschaft der "Casa di Goethe".
Zum ersten Mal übernahm der AsKI damit
eine Daueraufgabe in eigener Verantwortung. Dabei intensiv unterstützt haben ihn von Beginn an
seine Mitgliedsinstitute, besonders die mit
Goethe und seinem literarischen Erbe befassten
Einrichtungen - das Freie Deutsche Hochstift, die
Stiftung Weimarer Klassik und das Goethe-Museum in Düsseldorf. So entstand ein neues
Konzept, das den rein musealen Rahmen deutlich erweitert und das Haus zu einer
deutsch-italienischen Begegnungsstätte macht. In diesem
Rahmen konnte auch - dank großzügiger
Unterstützung der DaimlerChrysler AG - ein
eigenes Stipendiatenprogramm errichtet werden, das,
wie die Bewerberzahl zeigt, eine große
Anziehungskraft ausübt. Die feierliche Eröffnung im Mai
1997 hat für die deutsche wie die italienische
Kulturpflege einen Akzent gesetzt.
Mit diesen verschiedenartigen Aktivitäten
hat der AsKI als Gemeinschaft in den letzten Jahrzehnten eine eigene kulturelle Kompetenz
erhalten, die auch das Ansehen der einzelnen
Mitglieder stärkt. Das spiegelt sich auch darin
wieder, dass zahlreiche Kultureinrichtungen in
Deutschland großes Interesse zeigen, Mitglied des
AsKI zu werden. |
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Prof. Dr. Günther Pflug
ist Ehrenvorsitzender des
AsKI |
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