Schwarzer
Schmetterling. Zwanzig Kapitel aus dem Leben des
romantischen Dichters Clemens Brentano
"Ich fühlte täglich deutlicher, dass ich nur
im fantastischsten, romantischsten Leben Ruhe finden kann, du musst mir dazu helfen, sonst
muss ich sterben."
Das ist der Hilferuf des jungen Dichters Clemens Brentano, adressiert an seine erste
große Liebe, Sophie Mereau. In diesem einen
leidenschaftlichen Satz finden sich die zentralen
Motive, die das Leben des Künstlers bestimmen:
die radikale Forderung nach einem
unbürgerlichen, allein der Fantasie und Poesie geweihten
Leben, die Sehnsucht des vom Dämon
getriebenen Genies nach Ruhe und Harmonie - und
schließlich die Hoffnung auf erlösende Liebe.
Mit seinem Buch "Schwarzer
Schmetterling. Zwanzig Kapitel aus dem Leben des
romantischen Dichters Clemens Brentano" legt
der Romantikforscher und Brentano-Spezialist Hartwig Schultz die erste moderne Biographie
eines der begabtesten und zugleich
rätselhaftesten Künstler der deutschen Literatur vor. In den
Kapiteln verfolgt der Autor so souverän wie
sensibel die einzelnen Lebensstationen Brentanos. Zum ersten Mal wertet er die in jüngster Zeit
erschlossenen Quellen aus, bietet zahlreiche Proben der Brentanoschen Lyrik und der
anekdotenreichen, kunstvoll ausgeformten Brieftexte
und lässt dabei das Bild eines facettenreichen,
liebebedürftigen und innerlich zerrissenen
Menschen lebendig werden.
Schultz erzählt die Tragödie eines
Künstlers, dem es mit seiner Originalität, seinem Witz
und vor allem der Magie seiner Sprache immer wieder gelingt, die Menschen um sich herum zu
verzaubern und für sich zu gewinnen, und der
doch einsam in seiner Kunst-Welt verfangen bleibt. Selten hat es einen Künstler gegeben, der so
unbedingt seiner Kunst lebte und der so unbedingt am Leben scheiterte.
Wie kein Zweiter ist der Autor Hartwig Schultz dazu berufen, diese grundlegende Biografie
Brentanos zu schreiben: Seit 1975 ist er Leiter
der Brentano-Arbeitsstelle im Freien Deutschen Hochstift - Frankfurter
Goethe-Museum, unter seiner Federführung sind bereits mehr als
die Hälfte der geplanten 50 Bände der
historisch-kritischen Brentano-Ausgabe erschienen. 1998
veröffentlichte er in der Anderen Bibliothek die
enthusiastisch gefeierte Edition des Briefwechsels zwischen Clemens Brentano und Achim von
Arnim.
Für diese Brentano-Biografie bezeugte Hermann Kurzke dem Autor eine
"Sachkenntnis,
der nichts mehr von der Mühe anzumerken ist,
die es bedeutet haben muß, sie zu erwerben,
(sie) fügt erstmals die Fakten, die Briefe, die
Gedichte, die Zeugnisse aller Art so zusammen,
daß jedes an seinen Platz zu stehen kommt, als
hätte das Leben selbst es dorthin gestellt. Ohne
daß der Schreiber selbst Emphase aufwenden
müßte, entsteht aus den erstmals richtig
gelesenen Quellen selbst ein tief bewegendes Buch."
(FAZ, 14. Nov. 2000).

Umschlaggestaltung:
Nina Rothfos und Patrick Gabler, Hamburg
unter Verwendung einer Zeichnung (1819)
von Wilhelm Hensel