Zwischen Schönheit und Sachlichkeit
Boris Becker, Andreas Gursky, Candida
Höfer, Axel Hütte, Thomas Ruff, Thomas Struth
Foto-Ausstellung
Biografisch vereint die sechs renommierten Fotokünstler der Ausstellung ihre Herkunft
aus der Fotoklasse von Bernd und Hilla Becher an der Düsseldorfer Kunstakademie. Zwar haben
die ehemaligen Schüler längst ihre eigenen - und überaus erfolgreichen
- Wege gefunden,
doch verweist etwa serielles Arbeiten und das
Interesse an Architekturfotografie auf den großen Einfluss der Lehrer. Die Ausstellung in Emden
(26.1.-14.4.2002) möchte die Ambivalenz
individueller Lösungen bei ähnlichem Umgang mit dem
Medium beleuchten. Mit rund 60 zum
überwiegenden Teil großformatigen Arbeiten werden
signifikante Werkgruppen der Künstler
gegenübergestellt. Stadtlandschaften und Naturaufnahmen
sind ebenso vertreten wie Porträts und Interieurs.

Thomas Ruff, Porträt (Simone Buch), 1988
c-print auf Plexiglas kaschiert
Museum für Moderne Kunst, Frankfurt/Main
Zwei Phänomene, die im Titel der
Ausstellung aufgegriffen werden, treten dabei immer
wieder hervor: Zum einen der scheinbar
sachlich-kühle Blick auf die Dinge, der insbesondere
aufgrund extremer Tiefenschärfe und großer Distanz
zum Motiv ins Auge fällt. Zum anderen das
auffällige Interesse, das Motiv durch Blickpunkt,
Perspektive und mitunter digitale Nachbearbeitung in formalästhetische Strukturen zu überführen,
die den Bildern eine nahezu
ungegenständlich-abstrakte Dimension verleihen. Die Frage nach
dem Bild ist den Künstlern offenbar wichtiger als
die nach dem Motiv.
Anknüpfend an die Ausstellung "Lichtseiten - die schönsten Bilder aus der
photographischen Sammlung der Berlinischen Galerie" mit
Arbeiten namhafter Fotokünstler der ersten
Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts setzt die Kunsthalle
in Emden ihre junge Tradition, regelmäßig
Fotoausstellungen in ihr Programm aufzunehmen, fort.
Museumspreis der Niedersächsischen Sparkassenstiftung 2001
Die Kunsthalle in Emden - Stiftung Henri und Eske Nannen und Schenkung Otto van de Loo
- erhält den mit 20.000 Euro dotierten
Museumspreis der Niedersächsischen
Sparkassenstiftung 2001. Mit dem Museumspreis zeichnet die
Niedersächsische Sparkassenstiftung alle zwei
Jahre Museen im Land aus, die Vorbildliches auf
dem Feld der Museumsarbeit geleistet haben und mit ihrer Arbeit anderen Einrichtungen als
beispielhaft vorgestellt werden können. Dr. Herwig
Guratzsch, Ltd. Direktor der
Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen
Schloss Gottorf, würdigte in seiner Laudatio die
Kunsthalle in Emden als eines der wichtigsten
Kunstmuseen in Deutschland.
Die Kunsthalle in Emden - Stiftung Henri und Eske Nannen und Schenkung Otto van de Loo
- zeichnet sich nicht nur dadurch aus, dass ihre Sammlung der Kunst des 20. Jahrhunderts
das "Who is Who" der Klassischen Moderne
vereint. Vor allem die gründliche wissenschaftliche
Arbeit des Hauses und das breite
Vermittlungsangebot, das es vermag, Theorie und Praxis der Kunst
lustvoll an das Publikum zu geben, machen die Kunsthalle in Emden zu einem würdigen
Preisträger des Museumspreises der
Niedersächsischen Sparkassenstiftung.