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Kulturberichte 2/99: Kleine Nachrichten - Mehr Licht - Europa um 1770

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Die Bildende Kunst der Aufklärung - Eine Ausstellung des Städelschen Kunstinstituts und des Liebieghauses - Museum alter Plastik

Die Frierende
Jean-Antoine Houdon
„Die Frierende", 1787, Bronze
New York, Metropolitan Museum of Art

„Mehr Licht": Goethes legendäre letzte Worte sind die Signatur der Epoche der Aufklärung, deren Leitgedanke es war, das Dunkel von Unwissenheit und Unbildung zu vertreiben. Die bildende Kunst der Aufklärung steht im Mittelpunkt der Ausstellung, die Städel und Liebieghaus aus Anlass des Goethejahres gemeinsam konzipiert haben und die noch bis zum 9. Januar 2000 im Ausstellungshaus des Städel zu sehen ist.

In ganz Europa stellen sich in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts Malerei, Bildhauerei und Graphik in den Dienst der Aufklärung. Die Kunst wendet sich damit neuen Aufgaben zu, sie wird zur Vermittlerin von Bildung und Erziehung. Wo bislang hauptsächlich Adel und Kirche dominierten, treten nun Bürger und Intellektuelle als Auftraggeber, Kritiker und Kunstinteressierte auf. Der Mensch in seiner Ganzheit wird wichtig, seine Standeszugehörigkeit hat nicht länger Vorrang; Gefühl und Intellekt werden zentrale Kategorien der Kunstproduktion und -rezeption. Ein neuer Stil, gekennzeichnet durch die Klarheit der Formen, durch Einfachheit und Linearität entwickelt sich.

Die Kunstzentren Rom, Stockholm, London, Schweiz, Wien, Paris, Madrid, Venedig, München, Berlin und Sankt Petersburg bilden die Stationen der Ausstellung. Mit ihnen sind dominante Themen der Zeit verbunden. Erstmals werden in größerem Umfang Hauptwerke der russischen Kunst des 18. Jahrhunderts aus dem Russischen Museum in Sankt Petersburg in Deutschland zu sehen sein. Ein besonderer Teil der Ausstellung ist der Druckgraphik gewidmet, die durch zahlreiche neue Erfindungen zu einer spezifischen Verbreitungsform der Kunst der Aufklärung wurde.

Unter den Museen, die das Projekt mit Leihgaben unterstützen, sind das Metropolitan Museum (New York), die National Gallery (London), der Louvre (Paris), die Eremitage (Sankt Petersburg) und die Accademia (Venedig). Zu sehen sind Werke von Canaletto, Antonio Canova, Jacques-Louis David, Jean-Honoré Fragonard, Johann Heinrich Füßli, Thomas Gainsborough, Angelika Kauffmann, Giovanni Battista Piranesi, Joshua Reynolds, Giambattista und Giandomenico Tiepolo und vielen anderen Künstlern.

Zur Ausstellung ist ein ausführlicher Katalog erschienen. Er ist an der Museumskasse erhältlich oder kann über den Städel-Katalogversand bestellt werden, Preis: 48 DM.

 

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