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Kulturberichte 2/99: Kleine Nachrichten - Stiftung Deutsche Kinemathek erwirbt Nachlass von Gert Fröbe für das Filmmuseum am Potsdamer Platz

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Mit Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin kann die Stiftung Deutsche Kinemathek den Nachlass von Gert Fröbe (1913-1988) ankaufen.

Die Sammlung „Fröbe" dokumentiert u. a. ausführlich die gesamte Nachkriegskarriere dieses großen Schauspielers, der in einem seiner ersten Filme „Berliner Ballade" als abgemagerter Heimkehrer 1948 unter der Regie von R. A. Stemmle spielte. Zu seinen bekanntesten Filmen gehörten „Es geschah am hellichten Tag" (1958), in dem Fröbe - neben Heinz Rühmann als Kommissar - einen triebhaften Kindermörder darstellte; der James-Bond-Film „Goldfinger" (1964) mit Fröbe als Titelfigur eines Verbrechers, der die Welt beherrschen will, sein Gegenspieler: Sean Connery; und Fröbe in der Rolle eines Kriminalinspektors in Ingmar Bergmans „Das Schlangenei" (1976). In den letzten Jahren vor seinem Tod widmete er sich dem Kinderfilm („Der Räuber Hotzenplotz" und „Der kleine Vampir").

Der Nachlass Gert Fröbe, aus dem Besitz seiner zweiten Frau und Witwe Karin Fröbe, umfasst ca. 2.000 Fotos, ca. 550 Autogrammkarten, ca. 45 Regalzentimeter Schriftgut (Korrespondenz, Programmhefte, Presseausschnitte, Einladungen, Noten), zwölf Skripte (darunter acht z. T. handschriftlich bearbeitete Drehbücher), eine Reihe persönlicher Dokumente (Familienunterlagen, Ausweise, Urkunden, Skizzen, Tonbänder, ca. 20 Min. 16-mm-Filmmaterial), neun Plakate, sechs Auszeichnungen und die persönliche Staffelei Gert Fröbes - er war ein begabter Maler und erhielt 1936 den Sächsischen Staatspreis für Malerei. Darüber hinaus sollen acht Objekte (sechs weitere Auszeichnungen, ein Aquarell, ein Ölbild) als Leihgaben überlassen werden.

Auch aus der Zeit vor 1945 gibt es Zeugnisse seiner persönlichen und beruflichen Entwicklung. Besonderes Interesse verdient ein handschriftlicher Brief Fröbes an seine Mutter aus dem Jahr 1946, in dem er seine Situation eindringlich skizziert. Dokumente zu seinem Entnazifizierungsverfahren und eine ausführliche Darstellung der Folgen seines „Daily News"-Interviews spiegeln die nationale und internationale Bedeutung von Fröbe als Schauspieler mit deutscher Vergangenheit. Fröbe hatte einem Reporter der „Daily News" nicht verschwiegen, dass er seit 1934 Mitglied der NSDAP war. Die Zeitung veröffentlichte das Interview unter dem reißerischen Titel „Natürlich war ich ein Nazi". Die israelische Regierung verbot daraufhin eine weitere Aufführung des Films „Goldfinger" in Israel. Erst als sich herausstellte, dass Fröbe nicht in Filmproduktionen des Dritten Reiches aufgetreten war, und sich jüdische Zeugen meldeten, denen Fröbe in Wien zur Zeit des „Anschlusses" das Leben gerettet hatte, wurde der Schauspieler wieder rehabilitiert.

Ebenfalls mit Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie kann die Kinemathek den Nachlass von Max Colpet (1905-1998) ankaufen.

Colpet, als Jude und Staatenloser seit 1933 auf der Flucht, arbeitete als Autor für Bühne, Film und Fernsehen. Er war eng mit Marlene Dietrich und Billy Wilder befreundet. Colpet verstand sich als Marlene Dietrichs Interessenvertreter, er übersetzte ihre Autobiographie ins Deutsche. Sein Nachlass enthält u. a. umfangreiche Korrespondenz mit Marlene Dietrich und die ungeschnittenen Tonbänder des Marlene-Dietrich-Interviews von Maximilian Schell.

 

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