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Kulturberichte 2/98: Kleine Nachrichten

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Einige Vorhaben der Stiftung Weimarer Klassik für das Jahr 1999

Eröffnung des Nietzsche-Instituts

Werk und Wirkung Friedrich Nietzsches sind seit 1990 - bedingt nicht zuletzt durch die seitens der Kulturpolitik der DDR vorangegangene Vernachlässigung und Tabuisierung - ein fester Themenschwerpunkt der Stiftung Weimarer Klassik. Die offizielle Gründung und symbolische Eröffnung des Nietzsche-Instituts, dessen erster Themenschwerpunkt die Rezeptionsgeschichte Friedrich Nietzsches im 20. Jahrhundert sein wird, soll im Kulturstadtjahr 1999 stattfinden, geplant ist der Oktober. Für das Jahr 2000, zu Nietzsches 100. Todestag, bereitet die Stiftung Weimarer Klassik eine große Ausstellung zu Leben und Werk sowie eine umfassende retrospektive Personalbibliographie vor. Weitere Projekte wie beispielsweise das der Erschließung der Akten des Nietzsche-Archivs oder das Projekt zur Erforschung der Geschichte des Nietzsche-Archivs werden bis zu diesem Zeitpunkt begonnen oder weitergeführt. Die symbolische Eröffnung des Nietzsche-Instituts signalisiert in diesem Kontext auch den Willen der Stiftung Weimarer Klassik, Brücken vom Kulturstadtjahr in das Jahr 2000 und weit darüber hinaus zu schlagen.

Stipendiatenprogramm

Das Stipendiatenprogramm der Stiftung (Weimar-Stipendien) wird den Schwerpunkten der 99er Stiftungsarbeit in besonderem Maße Rechnung tragen. Stipendiaten aus ganz Europa werden eingeladen, sich speziell mit Goethe, Nietzsche sowie dem Verhältnis von Politik/Macht und Kultur/Geist in der deutschen Geschichte des 20. Jahrhunderts zu beschäftigen. Weimar-Stipendien sollen vornehmlich zu folgenden Schwerpunkten vergeben werden:

1. Philosophie, Literatur, Kunst und Naturwissenschaft der Weimarer Klassik und der Jenaer Romantik; Goethe und seine Stellung im exemplarischen Kulturraum Weimar-Jena um 1800,

2. Rezeption der Weimarer Klassik seit dem Ende des 19. Jahrunderts; die Instrumentalisierung Goethes in den deutschen Diktaturen des 20. Jahrhunderts,

3. Wirkung der Gestalt und des Werkes von Friedrich Nietzsche,

4. Goethe im kulturellen Transfer der Völker und Nationen im 20. Jahrhundert.

Letzter Termin für die Bewerbungen um ein Weimar-Stipendium 1999 ist der 15. November 1998.

Ausstellung "Gezeichneter Ort"

In einem symbolischen Tausch mit der Stiftung Buchenwald bereitet die Stiftung Weimarer Klassik für das Jahr 1999 (April/Mai) die Ausstellung "Gezeichneter Ort" vor. 250 originale Goethe-Zeichnungen, vor allem Landschaften, anatomische Studien, botanische Skizzen oder Wolkenbilder, werden für ca. sechs Wochen auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers auf dem Ettersberg zu sehen sein. Sie sollen hier Verklärung und Bedrohung des Humanen als die zwei Seiten der Medaille Weimar sinnfällig machen.

Die Stiftung Buchenwald wird zeitgleich mit ihrer Exposition "Kult" im Schiller-Museum der Frage nachgehen, wie sich im Laufe von 150 Jahren in Weimar Formen und Inhalte des Feierns - von der gelehrten Geselligkeit bis hin zu kultischer Vereinnahmung - veränderten.

 

 

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