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Kulturberichte 2/98: Kleine Nachrichten

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Invisible Städelsches Kunstinstitut und Städtische Galerie

"Das 20. Jahrhundert im Städel"

Bestandskatalog der Gemälde

Dieser Katalog dokumentiert erstmals alle Gemälde des 20. Jahrhunderts im Städel: Einige Bilder waren bislang unpubliziert, andere sind aus zahlreichen internationalen Veröffentlichungen wohlbekannt. Der Bestand umfaßt 255 Gemälde von 144 Künstlern. In seiner Funktion als Bestandskatalog schließt der vorliegende Band an die 1972 erschienene Bearbeitung der Gemälde des 19. Jahrhunderts an und berücksichtigt, der dort vorgegebenen Gliederung folgend, alle nach 1875 geborenen Künstler. Mit dieser Publikation sollen nicht nur die Spezialisten erreicht werden, sondern in erster Linie die Besucher des Städel. Deshalb will dieser Katalog dem ersten Informationsbedürfnis entgegenkommen und liefert die wichtigsten Lebensdaten jedes Künstlers und Vorschläge zur Deutung der einzelnen Werke. Darüber hinaus sind alle sammlungstechnischen Daten erfaßt. Um eine rasche Orientierung während des Museumsrundgangs sicherzustellen, entschloß man sich für eine alphabetische Systematik. Damit sind die Werke natürlich aus dem kunsthistorischen Umfeld gelöst, diese Einordnung bleibt der Präsentation der Originale in den Ausstellungsräumen vorbehalten. Aber das Buch soll den Museumsbesuch ja nicht ersetzen, es soll ihn informierend begleiten!

Die moderne Sammlung im Städel ist - wie die der Alten Meister - eine weitgehend bürgerliche Sammlung, deren teilweise Beschlagnahmung durch die Nationalsozialisten 1937/38 einen äußerst schmerzlichen Eingriff in seine Sammlungsstruktur bedeutete. Von den 77 aus dem Städel entfernten Gemälden konnten bis heute nur sechs zurückerworben werden, darunter die bedeutenden Arbeiten von Henri Matisse oder auch der "Weiße Hund" von Franz Marc. Es ist ein Verdienst des Katalogs, in einem Anhang auch diesen Bestand noch einmal zu dokumentieren, da die ursprüngliche Konzeption der Sammlung ohne diese verlorenen Bilder nicht angemessen darstellbar wäre.

Dr. Stephan Mann, der dem Städel seit vielen Jahren - zuerst als Volontär, dann als wissenschaftlicher Mitarbeiter - verbunden ist, hat den Bestandskatalog erarbeitet. Zu dem Kernbestand, den Werken von Beckmann, Kirchner, Matisse, Bacon, Giacometti oder Kiefer war ein weitgetriebener Forschungsstand aufzuarbeiten und zusammenzufassen. Dagegen fehlte bei vielen einheimischen Künstlern jede Vorarbeit, und es bedurfte detektivischen Spürsinns, Aufschluß über die einzelnen Werke zu erhalten. Finanziert wurden diese Recherchen durch den Städelschen Museums-Verein, dem das Städel für sein stabiles Interesse an dieser wissenschaftlichen Arbeit dankt.

Das 20. Jahrhundert im Städel, Bestandskatalog der Gemälde, hrsg. von Sabine Schulze, bearb. von Stephan Mann, 190 Seiten, 255 Farbabbildungen, Hatje, Ostfildern 1998. 36,- DM (Museum), 49,- DM (Buchhandel)

 

 

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