Städelsches Kunstinstitut und Städtische Galerie
"Das 20. Jahrhundert im Städel"
Bestandskatalog der Gemälde
Dieser Katalog dokumentiert erstmals alle
Gemälde des 20. Jahrhunderts im Städel: Einige Bilder waren bislang unpubliziert, andere
sind aus zahlreichen internationalen Veröffentlichungen wohlbekannt. Der Bestand umfaßt
255 Gemälde von 144 Künstlern. In seiner Funktion als Bestandskatalog schließt der
vorliegende Band an die 1972 erschienene Bearbeitung der Gemälde des 19. Jahrhunderts an
und berücksichtigt, der dort vorgegebenen Gliederung folgend, alle nach 1875 geborenen
Künstler. Mit dieser Publikation sollen nicht nur die Spezialisten erreicht werden,
sondern in erster Linie die Besucher des Städel. Deshalb will dieser Katalog dem ersten
Informationsbedürfnis entgegenkommen und liefert die wichtigsten Lebensdaten jedes
Künstlers und Vorschläge zur Deutung der einzelnen Werke. Darüber hinaus sind alle
sammlungstechnischen Daten erfaßt. Um eine rasche Orientierung während des
Museumsrundgangs sicherzustellen, entschloß man sich für eine alphabetische Systematik.
Damit sind die Werke natürlich aus dem kunsthistorischen Umfeld gelöst, diese Einordnung
bleibt der Präsentation der Originale in den Ausstellungsräumen vorbehalten. Aber das
Buch soll den Museumsbesuch ja nicht ersetzen, es soll ihn informierend begleiten!
Die moderne Sammlung im Städel ist - wie die
der Alten Meister - eine weitgehend bürgerliche Sammlung, deren teilweise Beschlagnahmung
durch die Nationalsozialisten 1937/38 einen äußerst schmerzlichen Eingriff in seine
Sammlungsstruktur bedeutete. Von den 77 aus dem Städel entfernten Gemälden konnten bis
heute nur sechs zurückerworben werden, darunter die bedeutenden Arbeiten von Henri
Matisse oder auch der "Weiße Hund" von Franz Marc. Es ist ein Verdienst des
Katalogs, in einem Anhang auch diesen Bestand noch einmal zu dokumentieren, da die
ursprüngliche Konzeption der Sammlung ohne diese verlorenen Bilder nicht angemessen
darstellbar wäre.
Dr. Stephan Mann, der dem Städel seit vielen
Jahren - zuerst als Volontär, dann als wissenschaftlicher Mitarbeiter - verbunden ist,
hat den Bestandskatalog erarbeitet. Zu dem Kernbestand, den Werken von Beckmann, Kirchner,
Matisse, Bacon, Giacometti oder Kiefer war ein weitgetriebener Forschungsstand
aufzuarbeiten und zusammenzufassen. Dagegen fehlte bei vielen einheimischen Künstlern
jede Vorarbeit, und es bedurfte detektivischen Spürsinns, Aufschluß über die einzelnen
Werke zu erhalten. Finanziert wurden diese Recherchen durch den Städelschen
Museums-Verein, dem das Städel für sein stabiles Interesse an dieser wissenschaftlichen
Arbeit dankt.
Das 20. Jahrhundert im Städel,
Bestandskatalog der Gemälde, hrsg. von Sabine Schulze, bearb. von Stephan Mann, 190
Seiten, 255 Farbabbildungen, Hatje, Ostfildern 1998. 36,- DM (Museum), 49,- DM
(Buchhandel)
