Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung Preise der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung
Die Jury der Deutschen Akademie hat den
Johann-Heinrich-Voß-Preis für Übersetzung in diesem Jahr dem Übersetzer Gustav Just
zuerkannt. Just, 1921 im damals deutschsprachigen Reinowitz (Nordböhmen) geboren, als
stellvertretender Chefredakteur der Wochenzeitschrift "Sonntag" in Ostberlin
1957 wegen konterrevolutionärer Tätigkeit zu vier Jahren Zuchthaus in Bautzen
verurteilt, ist seit 1961 als freier Übersetzer und Herausgeber für tschechische und
slowakische Literatur tätig. Unter anderem hat er Werke so bedeutender Autoren wie
Ladislav Fuks, Jaroslav Hasek, Jaroslav Havlicek, Rudolf Jasik und Jiri Weil übersetzt
und mit herausgegeben.
Den Friedrich-Gundolf-Preis für die Vermittlung
deutscher Kultur im Ausland erhielt dieses Jahr Shulamit Volkov. Ihre
wissenschaftlichen Werke, die sich vor allem Fragen des Judentums und des Antisemitismus
widmen, zeichnen Shulamit Volkov als eine akribisch forschende, originelle Histo-rikerin
aus. Seit 1985 ist sie Leiterin des Instituts für deutsche Geschichte an der Universität
Tel Aviv; ihre Stimme wird in der europäischen und amerikanischen Forschung als die einer
gelehrten und unabhängigen Vermittlerin deutscher Kultur geschätzt.
Die beiden mit je DM 20.000 dotierten Preise
wurden im Rahmen der diesjährigen Frühjahrstagung der Deutschen Akademie, die vom 23.-
25. April 1998 in Budapest stattfand, überreicht.
Den Georg-Büchner-Preis 1998 erhält die
österreichische Schriftstellerin Elfriede Jelinek, die Laudatio wird Ivan Nagel
halten. Der Johann-Heinrich-Merck-Preis für literarische Kritik und Essay 1998 wurde dem
Schweizer Kritiker Iso Camartin zugesprochen. Der Sigmund-Freud-Preis für
wissenschaftliche Prosa 1998 geht an Ilse Grubrich-Simitis.
