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Kulturberichte 2/98 - Barthold C. Witte zum 70. Geburtstag

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Günther Pflug

Der Arbeitskreis selbständiger Kultur-Institute ist ein Zusammenschluß von Institutionen, die auf so unterschiedlichen Feldern tätig sind, daß nur ein sehr weit gefaßter Kulturbegriff sie zu verbinden versteht. Nicht nur die klassischen Felder, die wir so gern die schönen Künste nennen, sind hier vereinigt. Auch die Geschichte, das Recht, die Medien des Films und des Rundfunks wirken im AsKI mit und formen damit einen Kulturbegriff, der die gesamte Breite des aktuellen geistigen Lebens umfaßt.

Für einen solchen Zusammenschluß einen Vorsitzenden zu finden, der nicht nur die verschiedenen Tendenzen administrativ zusammenhält, sondern sie darüber hinaus miteinander zu verbinden versteht, ist sicherlich eine schwere Aufgabe - ihn gefunden zu haben, ein großes Glück.

Barthold C. Witte, dessen siebzigsten Geburtstag wir in diesen Tagen feiern, ist der seltene Glücksfall für den AsKI. Als Historiker von der familiären Tradition der Niebuhrs her, ist er auf diesem Gebiet doch auch selbst durch zahlreiche Veröffentlichungen wissenschaftlich ausgewiesen. Als Journalist und Redakteur ist er als Herausgeber einer ebenso politisch wie kulturell anspruchsvollen Zeitschrift hervorgetreten, die in ihrem liberalen Geist Maßstäbe gesetzt hat. Viele Jahre lang war er ein führender Kulturpolitiker in der Bundesrepublik, dem die Künste, die Sprache, die Menschenrechte nicht nur eine berufliche Aufgabe, sondern eine Herzensangelegenheit sind. Seine literarischen Kenntnisse und Sympathien, sein Engagement und sein Urteilsvermögen hat er in zahlreichen Jurysitzungen für literarische Preise einzusetzen gewußt. Seine Begeisterung für die Musik hat ihn nicht nur in das Kuratorium des "Kissinger Sommers" geführt, sondern auch bei der Rettung des Bonner Beethoven-Festes wirkungsvoll aktiv werden lassen. Welches AsKI-Institut sähe in ihm nicht einen kompetenten Vertreter des eigenen Tätigkeitsfeldes?

So hat der AsKI in Barthold C. Witte einen Steuermann gefunden, der alle kulturellen Ozeane in langjähriger Erfahrung kennt, der mit sachkundiger Hand das Schiff an den immer wieder auftauchenden administrativen Klippen vorbeizulenken weiß, der eben langjährige Verwaltungserfahrung mit profundem Kulturbewußtsein, aktuelle Medienbeherrschung mit geistiger Tradition zu verbinden weiß.

Rückschau und Weitblick, der AsKI wird - hoffentlich noch viele Jahre - diese glückliche Verbindung zu schätzen, zu nutzen wissen. An der Schwelle zu einem neuen Jahrhundert ist dies eine gute Grundlage für die Gestaltung der Zukunft. Die AsKI-Mitglieder haben diese Chance bereits in jenem Zukunftskonzept wahrgenommen, das Barthold C. Witte - seit noch nicht zwei Jahren ihr Vorsitzender - in den letzten Monaten entwickelt hat. Der Weg führt konsequent von einer nationalen Repräsentanz, jenem gesamtstaatlichen Eigengewicht der Mitgliedsinstitute, zu einer Einbindung in eine europäische Kulturgemeinschaft, bei aller Wahrung der nationalen Eigenständigkeit. Die ersten Schritte auf diesem Weg zeichnen sich bereits ab. Auf dem weiteren Weg wünschen alle im AsKI zusammengeschlossenen Institute - durch die Feder ihres früheren Vorsitzenden - Barthold C. Witte ein gutes Gelingen.

 

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Prof. Dr. Günther Pflug ist stellvertretender Vorsitzender des AsKI

 

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