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Eine Ausstellung im Wilhelm-Busch-Museum Hannover/Deutsches
Museum für Karikatur und kritische Grafik
Gisela Vetter-Liebenow
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Monica Searle, Schmuckkette
Materialien: Kunststoff, Glas, Strass,
Metallfaden, Naturseide mit Perlonverstärkung
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Unter dem Titel "Die Gemeinschaft der Heiligen" werden vom 14. Oktober 2001 bis
zum 6. Januar 2002 im Bremer Gerhard Marcks-Haus die vor 1933 ausgeführten
überlebensgroßen Figuren von Ernst Barlach und die
nach dem Zweiten Weltkrieg 1946 bis 1948 von Gerhard Marcks ergänzten Figuren für die
Fassade der Lübecker Katharinenkirche
erstmals in einer Ausstellung zusammengeführt.
Im Werk beider Bildhauer bilden diese
außerordentliche Höhepunkte. Der heute aus
insgesamt neun Figuren bestehende Zyklus, von denen drei aus der Hand Barlachs und
sechs von Marcks stammen, wird um Denkmale, Mahnmale und Grabmale in Güstrow,
Magdeburg, Kiel und Hamburg sowie um unausgeführte Vorhaben des wohl bekanntesten
deutschen Bildhauers des 20. Jahrhunderts ergänzt, die als Werkmodelle und Entwürfe
zu sehen sein werden. Aus dem Lebenswerk Barlachs ragen diese Vorhaben heraus: Sie
erreichen monumentale Maße, haben
künstlerisch einen besonderen Rang und sind
gedanklich und entwicklungsgeschichtlich
Voraussetzungen für den Entwurf des Figurenzyklus in
Lübeck.
Sie bieten alle Nuancen der Farbskala, spiegeln in kristallenem Facettenschliff die
Farben des Regenbogens, schimmern perlweiß
und funkeln und glitzern in Gold und Silber: die Perlen, die Monica Searle in Städten wie
London und Paris, Wien und Berlin für ihre Schmuckketten zusammengetragen hat. In ihrem
alten verwinkelten Haus im Süden Frankreichs
verbergen sie sich in unzähligen kleinen Schubladen und füllen so als perfekt
organisierte Schatzkammer eine lange Wand in ihrem
Atelier. Eine passionierte Schmuckkünstlerin - geboren aus der Not, zu einem wunderbaren Kleid keine passende Kette zu haben. Von
frühester Kindheit an aber schon allem
verfallen, was glitzert, so wie das böhmische Kristall,
das der Vater in London zum Verkauf anbot.
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Ronald Searle
Nietzsche trifft Woody Allen, 1992
Wilhelm-Busch-Museum Hannover
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Geboren wurde Monica Searle 1925 in Purley in der Grafschaft Surrey, England. Sie
studierte an Kunstschulen in London und Paris, musste während des Krieges nebenbei in
einer Rüstungsfabrik arbeiten und verdiente
sich später ihren Lebensunterhalt als
Sekretärin und Dolmetscherin, bevor sie Gelegenheit
bekam, Kostüme und Dekorationen für das
Theater zu entwerfen. So stattete sie 1957 die Inszenierung "Le Roman de la Rose" im
,Studio des Champs Elysées` in Paris aus.
1959 begleitete sie ihren späteren
Ehemann, Ronald Searle, auf einer Reportage-Reise durch Deutschland, zu der er vom
Süddeutschen Rundfunk eingeladen worden war.
Dieser Erkundung des Nachkriegsdeutschland folgten in den nächsten Jahren, meist im
Auftrag amerikanischer Zeitschriften, fast ununterbrochen weitere Reisen durch Länder
wie Amerika, Marokko, Italien und Österreich.
1967 heirateten Monica und Ronald Searle in Paris. 1969 setzte ein bösartiger Krebs bei
Monica Searle diesem Reiseleben ein Ende. Seit Mitte der 70er-Jahre leben die Searles im
Süden Frankreichs "in glücklicher Isolierung" - so Monica Searle -, in der auch ihre traumhaften Schmuckketten entstehen.
Diese präzise gearbeiteten Schmuckketten von Monica Searle sind funkelnde
Kostbarkeiten. Perlen aus Kunststoff, Glas,
verschiedenen Metallen, Strass und Kristall fügt sie
zu ein- oder mehrreihigen Kreationen, die im Licht ihre ganze Schönheit entfalten. Ihre
meisterhaften Colliers, komplizierte Geflechte
kleiner und großer Perlen, sind für den großen
Auftritt
wie geschaffen. Da die Perlen, die Monica Searle verwendet, oft nur in begrenzter
Menge zur Verfügung stehen, gibt es von
vielen Ketten höchstens drei Exemplare. Der
Entwurf einer Kette kann oft mehr als zwei Monate
dauern, die Herstellung dann noch einmal zwei Wochen. 'Fatal attraction'!
Gemeinsam haben Monica und Ronald Searle - Letzterer seit Mai dieses Jahres
Ehrenmitglied der Wilhelm-Busch-Gesellschaft - eine eindrucksvolle Sammlung historischer Karikaturen sowie eine Bibliothek zur Geschichte
und Theorie der Karikatur zusammengetragen. Dieser Schatz konnte erfreulicherweise für
die Sammlungen des Wilhelm-Busch-Museums Hannover erworben werden. Eine Auswahl
daraus, ergänzt durch Zeichnungen von Ronald Searle aus dem Besitz des Künstlerpaares
sowie durch Arbeiten, die dem Wilhelm-Busch-Museum gehören, sind - ebenso wie die
faszinierenden Schmuckketten von Monica Searle - erstmals vom 20. Oktober 2001 bis 6.
Januar 2002 in der Ausstellung "Searle & Searle"
zu sehen.
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Gisela Vetter-Liebenow M.A. ist stellvertretende Direktorin des Wilhelm-Busch-Museums Hannover / Deutsches Museum für Karikatur
und kritische Grafik
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