Eröffnung der erweiterten Kunsthalle in Emden
Verdoppelt auf über 1600 Quadratmeter Ausstellungsfläche bietet die Kunsthalle in
Emden seit dem 3. Oktober 2000 ihren Besuchern
einen ganz neuen Blick auf entscheidende
Entwicklungen der Kunst des 20. Jahrhunderts. Einen
Tag nach der Eröffnung durch Bundeskanzler
Gerhard Schröder lud das Museum am 3. Oktober - seinem 14. Geburtstag - zum
"Tag der
offenen Tür" ein, um den Besuchern die Möglichkeit
zu geben, das erweiterte Haus kennen zu lernen und zu entdecken.
Anlass für die Erweiterung gab die rund
200 Werke - darunter rund 80 Gemälde - umfassende hochkarätige Schenkung des Münchner
Galeristen und Sammlers Otto van de Loo (siehe auch "Kulturberichte"
2/99). Van de
Loo hat von 1957 bis 1997 als so genannter Pilotgalerist insbesondere für die Künstler der
Gruppen Cobra, Spur und andere Positionen avantgardistischer Kunst gestritten. Was die Werke
von Asger Jorn, Emil Schumacher, Antoni
Tàpies oder Arnulf Rainer, um nur einige Künstler
der Schenkung herauszugreifen, verbindet ist der
expressive Umgang mit der Farbe.
Dieses Charakteristikum der Schenkung ist ein Glücksfall für die Kunsthalle, die mit der
Sammlung ihres Stifters und Gründers Henri
Nannen ihren Kern im Bereich des deutschen
Expressionismus besitzt, mit vielen Glanzstücken etwa
der Künstler der "Brücke" und des "Blauen
Reiters". Mit der Schenkung erfährt die Sammlung
der Kunsthalle in Emden eine kongeniale Erweiterung in die Zeit nach 1945. Das neue
architektonische Ensemble ermöglicht dem Besucher
spannende Begegnungen und Dialoge zwischen der Sammlung Henri Nannen und der
Schenkung Otto van de Loo.