Sieghard
Brandenburg hat im Laufe seiner mehr als
30-jährigen wissenschaftlichen Arbeit
entscheidende Akzente für die Beethoven-Forschung
gesetzt. Als eine Autorität auf diesem Gebiet erfährt
er seit vielen Jahren internationale Anerkennung.
Am Beginn seiner wissenschaftlichen Tätigkeit im Beethoven-Archiv stand die
Erschließung der Skizzenhandschriften Beethovens, die
noch in den 1960er-Jahren weder formal noch inhaltlich voll erfasst und in ihrem ursprünglichen
Zustand rekonstruiert waren. Hier entwickelte Brandenburg mit der exemplarischen
Transkription des Keßlerschen Skizzenbuches eine Editionsform, die auch für andere Gebiete der
Quellenerschließung wegweisend wurde.
Brandenburg beschränkte sich nicht auf die reine Editionsarbeit, sondern hat sich in
allen Bereichen der Beethoven-Forschung mit
zahlreichen Beiträgen hervorgetan. Ein
Charakteristikum seiner Arbeiten ist stets eine besondere
Nähe zu den Quellen. Seine profunde
Sachkenntnis floss speziell in die kommentierte
Gesamtausgabe von Beethovens Briefwechsel ein, die
mit sieben Bänden als ein Standardwerk der
Beethoven-Forschung gilt.
Nach seinen Studien an der Hochschule für Musik und der Universität in Freiburg i.Br.
sowie an der Universität Bonn (Schulmusik und Musikwissenschaft, Mathematik und
Geschichte) wurde Sieghard Brandenburg 1965 wissenschaftlicher Mitarbeiter im
Beethoven-Archiv und ab 1984 dessen Leiter.