All das, was den Ruf und den Geist
des "klassischen Weimar" ausmacht - vor allem
das Wirken von Goethe und Schiller, Herder und Wieland -, sowie die kulturellen Zeugnisse
der nachfolgenden Zeit Franz Liszts und der Friedrich Nietzsches werden unter ihrem Dach in
zahllosen Sachzeugen erhalten, ergänzt, erforscht
und einer breiten nationalen wie internationalen
Öffentlichkeit erschlossen. In einer
einzigartigen Qualität und Dichte dokumentieren diese
Kunst- und Kulturgüter mehr als 200 Jahre
geistigen Schaffens.
Die Klassik-Stiftung, für die Goethes Enkel
mit einer Schenkung des Dichternachlasses an das Herzogtum Sachsen-Weimar vor über 100
Jahren den Grundstein legten, ist eine
gemeinnützige Stiftung öffentlichen Rechts. Im Oktober
1991 als Rechtsnachfolgerin der Nationalen Forschungs- und Gedenkstätten der klassischen
deutschen Literatur in Weimar gegründet, wird
sie zu 50 Prozent vom Bund, zu 40 Prozent vom Land Thüringen und zu 10 Prozent von der
Stadt Weimar finanziert. Mit über 20 Museen,
dem Goethe- und Schiller-Archiv mit ca. 120 bedeutenden Nachlässen sowie zahlreichen
Einzelhandschriften, der Herzogin Anna Amalia
Bibliothek mit fast 900.000 Bänden, darunter die
weltweit größte "Faust"-Sammlung, sowie
historischen Schlössern und Parkanlagen in
Weimar, Kochberg und Dornburg bewahrt die Stiftung Weimarer Klassik ein nationales Kulturgut,
das in einer zusammenwachsenden Welt einen Teil des Selbstverständnisses der
Bundesrepublik Deutschland repräsentiert. Zu den
Dichterhäusern und Literaturmuseen der Stiftung,
die jährlich Anziehungspunkt für rund 700.000
Besucher aus aller Welt sind, gehören u. a.
die Wohnhäuser von Goethe, Schiller, Liszt
und Nietzsche, die Fürstengruft auf dem
Historischen Friedhof in Weimar, Goethes Gartenhaus und das römische Haus im Park an der Ilm,
Goethe-Museen in Stützerbach und Gabelbach, das
Schiller-Museum in Bauerbach sowie das Gut
Wielands in Oßmannstedt.
Es ist Ziel der Stiftung, die ihr
überlieferten Sammlungen und Sachzeugen deutscher
Vergangenheit nicht nur zu erhalten und zu
erforschen, sondern sie auch in Beziehung zu setzen zu
den Fragen der europäischen Gegenwart. An der Nahtstelle zwischen Ost und West will die
Stiftung heute einen Brückenschlag zwischen
der Tradition und den kulturellen Strömungen
der Gegenwart ermöglichen, um so zu einem
vertiefenden Selbst- und Fremdverständnis der
Völker untereinander beizutragen.