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Kulturberichte 1/99: Kleine Nachrichten

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Der Zeichner Christoph Heinrich Kniep

Georg Striehl: Der Zeichner Christoph Heinrich Kniep (1755-1825). Landschaftsauffassung und Antikenrezeption. Hildesheim, Georg Olms Verlag 1998, 380 S ./ 382 sw-Abb.,8 Farbtafeln/ Leinen im Schutzumschlag, 148 DM

„Mit Homer, Claude Lorrain und Zeichenstift - Kniep und Goethe in Sizilien" lautete das Thema eines am 15. Januar 1999 in der Casa di Goethe (Rom) gehaltenen Vortrags von Georg Striehl. Der Beitrag war verbunden mit der Vorstellung seiner vor kurzem im Olms Verlag erschienenen Monographie zu Christoph Heinrich Kniep. Den aktuellen Rahmen zu dieser Veranstaltung bot die Ausstellung mit Fotografien Frank Horvats zu Goethes Sizilienreise. Der Zeichner

Christoph Heinrich Kniep, 1755 in Hildesheim geboren und 1825 in Neapel gestorben, ist durch Goethes „Italienische Reise" vor allem als sein Auftragszeichner in Erinnerung geblieben. Vor der durch J.H.W. Tischbein vermittelten Begegnung mit Goethe im Jahr 1787 wirkte Kniep als Porträtzeichner in Deutschland, ab 1781 arbeitete er als Veduten- und Landschaftszeichner in Rom und Neapel. Neapel sollte im Anschluß an die Sizilienreise mit Goethe sein ständiger Aufenthaltsort werden.

Der Autor ermöglicht mit seiner Dissertation erstmals einen umfassenden Einblick in Leben und künstlerische Entwicklung Knieps. Der Katalogteil dokumentiert das gesamte zeichnerische Oeuvre des Künstlers, wodurch diese Forschungslücke endlich als geschlossen gelten kann. Striehl kann dabei einige Neuzuschreibungen vornehmen, z.B. nennt er für das Skizzenbuch einer vermeintlich zweiten Sizilienreise Knieps aus dem Besitz des Goethe-Museums in Düsseldorf Carl Gotthard Graß. Die Werkübersicht stellt Kniep als einen charakteristischen Künstler des Klassizismus vor, wobei insbesondere das Verhältnis zwischen Landschaftsauffassung und Antikenrezeption ausgelotet wird. Die Darstellung beruht hier auf einer breiten Verankerung in den zeitgenössischen Quellen. Wesentliche Ergänzung erfährt die Untersuchung durch die Publikation unveröffentlichter Briefe sowie den vollständigen Abdruck des Nachrufs. Zusammen mit den zahlreichen Abbildungen wird damit das bislang größtenteils unbekannte Oeuvre Knieps systematisch präsentiert und in seiner Entwicklung verständlich gemacht.

 

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