Friedlieb Ferdinand Runge-Preis für
unkonventionelle Kunstvermittlung an Eske Nannen verliehen

Eske Nannen vor der Kunsthalle in Emden
Der von der Stiftung Preußische Seehandlung errichtete und mit
27.000 DM dotierte Friedlieb Ferdinand Runge-Preis für unkonventionelle Kunstvermittlung
ist von dem Juror Jörn Merkert für das Jahr 1999 der Kunstsammlerin und
Geschäftsführerin der Kunsthalle in Emden, Eske Nannen, zuerkannt worden.
In seiner Begründung würdigt Jörn Merkert die Preisträgerin als eine
Kunstbegeisterte heißen Herzens", deren Engagement es zu danken ist, daß die
Kunsthalle in Emden zu einem Beispiel für eine Museumspolitik geworden ist, die
sich nicht mit den Rahmenbedingungen begnügt, die die öffentlichen Hände setzt. Mit der
von Eske Nannen begründeten Malschule, breitgefächerten Besucherprojekten und ihrem
erstaunlich erfolgreichen Museumsshop, [ ... ] mit unerwarteter Querdenke, mit Mut und
Phantasie [ ... ] hat sie immer wieder das unmöglich Scheinende möglich gemacht."
Der zu Ehren von Eberhard Roters (1929 - 1994), dem Gründer und
langjährigen Direktor der Berlinischen Galerie, gestiftete Preis wurde an dessen 70.
Geburtstag, am 15. Februar 1999 verliehen. Benannt nach dem Chemiker und Künstler
Friedlieb Ferdinand Runge (1794 - 1867), wird der Preis von der Berlin Hyp -
Berlin-Hannoversche Hypothekenbank AG - gefördert. 1994 wurde er an den Kunsthistoriker
Matthias Flügge und 1995 an den Musiker und bildenden Künstler Eberhard Blum verliehen.
1997 erhielt den Preis der Schweizer Kunsthistoriker und Ausstellungsmacher Harald
Szeemann.
Die Preußische Seehandlung, 1772 von Friedrich dem Großen zur Belebung
der kriegsgeschwächten Wirtschaft in Preußen gegründet, entwickelte sich zum größten
Arbeitgeber in Preußen und gab entscheidende Impulse für die Gewerbeförderung und die
Sozialpolitik. 1918 erhielt sie die Bezeichnung Preußische Staatsbank" und
wurde 1983 durch das Altbanken-Gesetz aufgelöst. Das Vermögen in Höhe von 19 Mio DM
wurde auf eine Stiftung Preußische Seehandlung übertragen, die seither kulturelle und
wissenschaftliche Aufgaben fördert.