Seit dem 1. Februar 2000 sind die
Ständigen Ausstellungen des
Schiller-Nationalmuseums geschlossen, da das Museumsgebäude im
Laufe des Jahres im äußeren Bereich renoviert und - für eine künftige Klimatisierung
- isoliert
werden muss. Deshalb finden Ausstellungen im Humboldt-Saal des Deutschen
Literaturarchivs und in der Marbacher Alexanderkirche statt:
Wieland Förster. Portraitplastiken
Anlässlich seines 70. Geburtstags wird Wieland Förster, einer der großen deutschen
Bildhauer der Gegenwart, in Marbach mit einer Ausstellung seiner Portraitplastiken geehrt. Im
heutigen Kunstgeschehen ist dieses Projekt eine Ausnahmeerscheinung: Das Portrait, eine
der klassischen Aufgaben der Bildhauerei, hat nach dem Zweiten Weltkrieg viel von seiner
ursprünglichen Bedeutung und Funktion verloren.
Und es gibt keinen anderen zeitgenössischen
Künstler, der sich noch so intensiv und im
Ergebnis überzeugend mit diesem Thema
auseinandersetzt. Die Ausstellung dokumentiert die
Entwicklung von Försters Portraitwerk über einen
Zeitraum von vier Jahrzehnten und ermöglicht zugleich
die Wiederbegegnung mit Menschen, die die Literatur- und Kulturgeschichte im östlichen
und westlichen Deutschland maßgeblich geprägt
haben: wie mit den Schriftstellern Johannes Bobrowski, Franz Fühmann, Heinrich Böll und
Walter Jens, dem Regisseur Walter Felsenstein und dem Schauspieler Bernhard Minetti. Vier
der etwa dreißig Exponate stammen aus der
Sammlung des Schiller-Nationalmuseums, darunter
die Büste des Dichters Peter Huchel, die in der
Ausstellung zum ersten Mal öffentlich gezeigt wird.
Eine Ausstellung des Schiller-Nationalmuseums
Marbach und der Kleist-Gedenk- und Forschungsstätte Frankfurt
an der Oder in der Alexanderkirche Marbach (1. April bis 14. Mai 2000) - Ausstellung und Katalog: Sabine Fischer
und Michael Davidis. Mit einem Werkverzeichnis der
plastischen Portraits von Angelika Förster. Etwa 200 S., mit
zahlreichen Abb. Broschiert ca. 40 DM. ISBN 3-933679-35-4.
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Wieland Förster, Peter Huchel, 1998/99
Schiller-Nationalmuseum / Deutsches Literaturarchiv Marbach
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Richard Dehmels "Fitzebutze". 100 Jahre modernes Kinderbuch
Paula und Richard Dehmel haben im Jahre 1900 ihre gesammelten Kindergedichte
unter dem Titel "Fitzebutze" im Insel Verlag mit
den Illustrationen von Ernst Kreidolf
veröffentlicht. Sie wollten damit ein Kinderbuch schaffen, "das den Struwwelpeter aus dem Feld schlagen
soll. Also ein Buch, das sich in Vers wie Bild
wirklich an kindliche Herzen und Sinne, aber mit völlig künstlerischen Wirkungsmitteln
wenden soll". Bewusst wurde in Sprache und Bild
auf die kindliche Denkart eingegangen. "Fitzebutze" ist deshalb als das erste moderne deutsche
Kinderbuch anzusehen. Die Entwicklung bis dorthin und ihre Folgewirkungen bis in die
siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts sollen in der
Ausstellung gezeigt werden. Sie beginnt mit dem
Klassiker der deutschsprachigen Kinderliteratur,
dem "Struwwelpeter", von dem das Urmanuskript
und eine seltene Erstausgabe zu sehen sein werden.
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